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Geschäftsentwicklung

RWZ in 2016 operativ verbessert

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
27.04.2017

Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 operativ passabel abgeschlossen und entgegen dem Markttrend in wichtigen Geschäftsbereichen ihre Position ausgebaut oder erfolgreich gehalten. 


RWZ – Kempkes

Deutschlands drittgrößtes Agrarhandelsunternehmen konnte trotz insgesamt schwieriger Rahmenbedingungen in der Agrarwirtschaft seinen Konzernumsatz im Jahr 2016 um plus ein Prozent auf 2,4 Milliarden Euro leicht steigern. Der Rohertrag stieg auf 241 Millionen Euro und lag damit rund zwei Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres.

Die Landtechnik konnte sich in einem deutlich rückgängigen Markt gut behaupten und die Umstellung auf AGCO als exklusiven Partner erfolgreich bewältigen. Der Handel mit Weinbau-/Kellerei- sowie mit Profi-Gartenbauartikeln trug ebenfalls positiv zum Ergebnis bei. Unter Vorjahr lagen dagegen einige Diversifikations- bzw. Randbereiche. Das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte so rund 14 Millionen Euro und lag damit eine Million Euro über dem Vorjahreswert. Ohne die als Folge der laufenden Restrukturierungsanstrengungen entstandenen Einmalkosten hätte das Jahresergebnis (EBT) bei rund acht Millionen Euro gelegen. Nach Berücksichtigung eines außerordentlichen Aufwands in Höhe von elf Millionen Euro verbleibt allerdings ein Konzernverlust von drei Millionen Euro vor Steuern. Die Eigenkapitalquote liegt unverändert bei 21 Prozent. 
„Wir haben in Punkto Restrukturierung solide bilanziert“, resümiert Finanzvorstand Markus Stüttgen. „Der Geschäftsverlauf in der zweiten Jahreshälfte zeigt, dass wir mit unserer operativen Leistung einigermaßen zufrieden sein können. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir alle wesentlichen Kennzahlen etwas verbessert“, bewertet der Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes das abgelaufene Geschäftsjahr und ergänzt: „Insgesamt ist das Ergebnisniveau aber noch unbefriedigend. Anknüpfend an die gute Vorarbeit der bereits seit Ende 2015 laufenden Kostensenkungsinitiativen haben wir daher im letzten Jahr ein umfassenderes Programm zur Neuausrichtung definiert, von dem wir bereits für 2017 positive Effekte erwarten.“ 



Insgesamt konnte sich die RWZ im Jahr 2016 über nahezu alle Sparten des Kerngeschäftes hinweg teils über dem Marktdurchschnitt behaupten.

RWZ Logo

In einem deutlich rückläufigen Markt konnte der Umsatz bei rund 240 Millionen Euro knapp gehalten werden. Ein Rückgang in der Zulassung von Neumaschinen wurde durch ein starkes Servicegeschäft rund um Reparaturen und Ersatzteile kompensiert – auch dank
zwei neu errichteter Agrartechnikzentren in Gundersheim und Diez. Parallel wurde AGCO als exklusiver Hauptlieferant etabliert, die Zusammenarbeit mit Claas beendet, die seit Jahren verlustbehafteten Niederlassungen in Luxemburg verkauft und das internationale Geschäft im Elsass am Break-Even-Punkt stabilisiert. Trotz guter Vertriebsleistung und mit unter den deutschen AGCO-Händlern führenden Marktanteilen ging der Ertrag insgesamt allerdings auf ein Niveau zurück, welches nicht im Einklang mit den Ambitionen dieses Geschäftsbereichs steht.

Ausblick


Für die Jahre 2017 bis 2019 hat sich die RWZ ein umfassendes Programm zur Neuausrichtung verordnet: „Partiell restrukturieren, um sich Investitionen in den profitablen Kern leisten zu können; gleichzeitig hart an der Entwicklung der eigenen Organisation arbeiten, um die Voraussetzungen für profitables Wachstum zu verbessern“, bringt Kempkes die strategischen Eckpfeiler des Programms PRIO auf den Punkt. So wurden im Herbst 2016 nach umfassender Analyse 28 Themenfelder definiert, wovon jedes durch ein Bündel von aufeinander abgestimmten Maßnahmen operationalisiert wird. „Das definiert unser Arbeitsprogramm für die kommenden drei Jahre“, so Kempkes. Auf diese Weise plant der Vorstand vor dem Bekenntnis zur Eigenständigkeit, den Gewinn und die Rentabilität zügig zu erhöhen – auch wenn dabei der Umsatz etwas zurückgeht. Als Richtgröße für den Konzerngewinn plant die RWZ bis 2020 mit einem Ergebnis von 15 bis 20 Millionen Euro. „So machen wir uns sturmfest gegen mögliche Rückschläge in anhaltend turbulenten Märkte“, ist Kempkes überzeugt.

Für 2017 sehen Kempkes und Stüttgen die RWZ bislang auf Kurs: „Das erste Quartal macht Mut. Das Geschäft zieht an. Die Umsetzung der im Rahmen der PRIO-Strategie bereits getroffenen Beschlüsse geht planmäßig voran. Wesentliche Unternehmenskennzahlen verbessern sich. Mitarbeiter, Gremien und finanzierende Banken sind im Boot.“ Gegenüber den Mitgliedsgenossenschaften möchte der Vorstand den Beweis antreten, dass die RWZ einen nachhaltigen Beitrag zu deren Geschäftserfolg leistet. In Summe werde 2017 ein Jahr, in dem „bei der RWZ die guten Nachrichten wieder überwiegen werden.“

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