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Bilanz 2019

RWZ bleibt auf Kurs – alle gesteckten Ziel erreicht

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am Donnerstag, 23.04.2020 - 17:02

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) alle gesteckten Ziele erreicht. Dies gelang dank einer verbesserten Vertriebsleistung in Kombination mit effektiver Kostenkontrolle sowie der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen aus dem Themen-Bündel der Unternehmensstrategie PRIO. Im Ergebnis konnten so Rohertrag und EBIT deutlich gesteigert werden.

Außerdem wurde das Stammgeschäft durch Zukäufe gestärkt. Die finanziellen Belastungen aus der Beilegung des Kartellverfahrens „Pflanzenschutz“ wurden vollständig im Ergebnis verarbeitet. Unter dem Strich wurde für 2019 als Konzernergebnis planmäßig eine „schwarze Null“ (+ 0,1 Million Euro) bilanziert.

Das laufende Geschäftsjahr 2020 ist für die RWZ gut angelaufen, auch wenn hier Vorsicht geboten ist in Anbetracht punktuell zu erwartender negativer Effekte aus der Corona-Krise. Diese lassen sich allerdings noch nicht genau abschätzen.

Dank der konsequenten Umsetzung der seit nunmehr fast vier Jahren verfolgten Unternehmensstrategie PRIO konnte die RWZ in 2019 deutliche Fortschritte erzielen. So legte der Umsatz wieder um rund fünf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu, nachdem dieser in den beiden Vorjahren infolge gezielter Entkonsolidierungsmaßnahmen rückläufig gewesen war. Deutlich verbesserte Leistungs- und Kostenparameter in Kombination mit Mengen- und Margensteigerungen ließen das Rohergebnis um zwölf Millionen Euro und daraus abgeleitet das EBIT um 2,4 Millionen Euro auf 14,4 Millionen Euro steigen.

„Im Jahr 2019 haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben: EBIT verbessert, Vertriebsleistung gesteigert, Kosten im Griff, Bilanz solide, Kartellverfahren abgeschlossen und bezüglich der Umsetzung unserer Strategie PRIO bleiben wir auf Kurs“, so fasst RWZ-Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes das Jahr 2019 zusammen.

Landtechnik hat tollen Job gemacht

Vorstand RWZ Kempes und Schulde

Ein Rekordjahr verzeichnete das Agrartechnik-Geschäft in Deutschland und Frankreich mit Zuwächsen bei Marktanteil und Ergebnis dank einer starken Vertriebs- und Werkstattleistung, digitalen Prozessverbesserungen sowie Übernahmen. Insgesamt konnte die RWZ 797 Schlepper verkaufen. Auch das Jahr 2020 ist gut angelaufen. In ihrem Gebiet erreicht die RWZ Marktanteile von 40 Prozent. In Frankreich konnte die RWZ mit der Holding Agro Rhin einen Umsatz von 80 Millionen Euro erzielen. Zum 1. Mai können zwei weitere Firmen im Elsass übernommen werden.

Ebenfalls ein Rekordjahr erwirtschaftete der Bereich Weinbau/Kellerei, dessen Entwicklung zu einem Konzept-basierten Vollsortimenter eine neue Dynamik erfuhr. Den größten Ergebniszuwachs bezogen auf das „Dürre“-geprägte Vorjahr erreichte der Handel mit Getreide und Ölsaaten, welcher trotz einer mäßigen Ernte 2019 auf ein passables Ergebnisniveau zurückkehrte. Im Bereich Kartoffeln ragten insbesondere die beiden Übernahmen der letzten Jahre - Strahmann Potato und das Kartoffel Zentrum Bayern - heraus.

Die Verkaufsergebnisse im Betriebsmittel-Geschäft waren zwar rückläufig; die Rückgänge waren allerdings geringer als die des Gesamtmarktes, auf welchem bereits erste Vorboten eines restriktiveren regulatorischen Umfeldes spürbar wurden. Der Bereich Profi-Gartenbau wurde durch Zukauf eines mittelständischen Anbieters von Gärtnereibedarf mit besonderer Expertise in der Bewässerungstechnik gestärkt. Auch die in den Vorjahren neu aufgestellten Bereiche Einzelhandel, Futtermittel und Energie konnten Ergebnisverbesserungen verzeichnen.

Für das Jahr 2020 stellt Kempkes eine Verbesserung des Konzernjahresüberschusses um rund drei Millionen Euro in Aussicht. Allerdings sei noch zu prüfen, inwieweit „uns hier ‚Corona‘ trotz eines sehr gelungenen ersten Quartals einen Strich durch die Rechnung machen wird.“ Schwierig sei die Situation derzeit vor allem im Raiffeisen Autohaus, bei Kartoffeln und bei Braugerste, denn: „Autokauf ist derzeit nicht Priorität der Leute und ohne Gastronomie gehen eben auch weniger Pommes und Bier“, so Kempkes. Die Corona-Krise habe aber immerhin bewirkt, dass „die Sorge der Bevölkerung um ausreichend gute und günstige Lebensmittel den Blick auf die Systemrelevanz der Landwirtschaft neu geschärft hat. Die Menschen verstehen jetzt wieder besser, dass auch Pflanzen ernährt und geschützt werden müssen, ähnlich wie sie selber auch genug essen und sich impfen lassen wollen.“

Wie bereits angekündigt, wird die RWZ das Jahr 2020 auch nutzen, um mit der Raiffeisen Waren Kassel „regionale und fachliche Schnittmengen“ im Agrargeschäft zu evaluieren, mit dem Ziel, durch entsprechende punktuelle Allianzen Kräfte zu bündeln und die Leistungsfähigkeit beider Häuser gegenüber ihren Kunden zu stärken.