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Autonom fahrender Traktor

RWZ verkauft ersten vollautonomen Schlepper in Deutschland

mm/Agrartechnik
am
19.04.2016

Der erste vollständig autonome Fendt 200 V x-pert fährt nun in Deutschland. Die Agrartechnik Außenstelle Waldniel der RWZ Rhein-Main eG verkaufte das X-Pert System von Precision Makers mit einem Fendt 211 V an den Obsthof Dreissen im Selfkant.

Die Agrartechnik Außenstelle Waldniel der RWZ Rhein-Main eG verkaufte das X-Pert System von Precision Makers mit einem Fendt 211 V an den Obsthof Dreissen im Selfkant. Bei der Übergabe meinte Christoph Dreissen: "Ich bin erstaunt, wie einfach das System zu handhaben ist." Es sei ein ungewohntes Bild, einen Traktor ohne Fahrer in den eingezäunten Obstplantagen fahren zu sehen. Die ersten Fahrten verliefen, nach Angaben der RWZ Rhein-Main reibungslos. Mit dieser  Software und GPS Technologie hofft der RWZ-Kunde auf weniger Arbeitsbelastung bei gleicher Arbeitsqualität und Präzision.

Teach and Playback

Speziell beim Anbau von Sonderkulturen gibt es viele wiederkehrende Arbeiten. Tätigkeiten wie Spritzen und Hacken und sonstige Pflegemaßnahmen, die sich immer wiederholenden Aufgaben, könnten doch auch automatisch erledigt werden – so die Idee. Auf Grundlage dieser Anforderungen entwickelten die Experten der niederländischen Firma Probotiq mit Hilfe von Sensortechnik einen automatisch fahrenden Schlepper. Nach Prüfung verschiedener GPS- und Sensortechniken ist dann eine Kombination aus Gyroscopen, Lenkwinkel- und Geschwindigkeitssensoren zusammengestellt worden, um die genaue Position des Traktors zu erkennen. 

Das Prinzip beim automatischen Fahren ist die sogenannte "Teach and Playback"-Methode. Aufzeichnen und Wiedergeben ist die Grundlage dafür. Der Traktor fährt mit Fahrer über den Acker und "scant" die zufahrenden Strecken im "Techmodus" ein. Um einen Arbeitsgang aufzuzeichnen genügt es, die Aufnahmetaste zu drücken und die Arbeit dann wie gewohnt durchzuführen. Währenddessen zeichnet das Gerät alle Arbeitsschritte wie Fahraktivitäten, Lenkvorgänge, Gaspedaleinsatz, Anheben und Absenken von Anbaugeräten sowie Zu- und Abschaltung von beispielsweise Spritzgeräten sorgfältig auf. Diese Route wird dann im "Playbackmodus" wieder abgespielt. Durch Drücken der Play-Taste werden die erlernten Funktionen und Arbeitsschritte abgerufen. Das Probotiq "Teach and Play"-System wiederholt die aufgezeichneten Fahrmuster dann ohne Fahrpersonal.

Probotiq X-pert besitzt ausreichend Speicherkapazität, um hunderte Operations- und Fahrmuster aufzuzeichnen und zu speichern. Mit dem Touch Screen in der Schlepperkabine können alle Funktionen und Befehle erteilt werden. Die 3D-Darstellung der Routen erfolgt im Display.

Ständige Überwachung der Traktor-Umgebung

Die Probotiq X-pert Fahrzeuge sind mit mehreren Sicherheitselementen und Sicherheitstechniken ausgestattet. Das System überwacht permanent die Bereiche um das Fahrzeug herum und stoppt den Traktor, wenn Hindernisse vorn oder hinter der Maschine erfasst werden. Sollte der Traktor aufgrund eines erkannten Hindernisses anhalten, wird der Landwirt per Textmitteilung informiert.

Die automatische Fahrtechnik wird als Nachrüstvariante für Fendt Traktoren der Baureihe 200, 500 und 900 angeboten. Auf verschiedenen Sonderkulturbetrieben in den Niederlanden, Belgien und Dänemark ist Probotiq im Einsatz. In Schweden und Australien werden die X-pert Systeme auch auf Ackerbaubetrieben eingesetzt.

Anfang Juni bietet die RWZ in Rheinhesssen und in der Pfalz weitere Vorführtermine an.

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