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Hersteller-Händler-Beziehung

Stihl ändert Fachhandelsvereinbarung

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Markus Messerer, Agrartechnik
am
11.04.2019

Stihl hat die Regelungen der Zusammenarbeit mit dem Fachhandel überarbeitet. Das Regelwerk beinhaltet einige wichtige Änderungen.

Heribert_Benteler_Stihl

Vor kurzem hat Stihl seine Händlerschaft – mit einem Anschreiben von Heribert Benteler (Geschäftsführer der Stihl Vertriebszentrale) und Andreas Epple (Bereichsleiter Marketing/Vertrieb der Stihl Vertriebszentrale) – darüber informiert, dass die Fachhandelsvereinbarung verändert werden müsse. Als Gründe dafür wurden neue Technologien, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und der jüngst vollzogene Markenwechsel genannt. Darüber hinaus habe der wachsende Onlinehandel und das sich damit wandelnde Kaufverhalten der Kunden eine große Bedeutung.

Die Anpassungen der Fachhandelsvereinbarung wurden in fünf Punkten erläutert:

1. Markenwechsel von Viking zu Stihl

In dem ersten Punkt wurde, erläutert, dass der Fachhändler zeitnah nach dem Verkauf des letzten Viking-Produkts, spätestens jedoch ab dem 31.12.2021, die Marke Viking nicht mehr für den Verkauf nutzen dürfe. Die Marke Viking sei danach nur noch im Zusammenhang mit dem Viking Reparaturservice nutzbar.

2. Betreuung der Unterhändler

Zu dem zweiten Punkt waren die Angaben noch wenig detailliert. So solle der Stihl Fachhändler dem Unterhändler gegenüber eine umfassende Vorbildfunktion wahrnehmen. Hinsichtlich der geltenden Qualitätskriterien müsse dieser noch stärker unterstützt werden.

3. Produktregistrierung

Der Stihl Fachhändler soll jedes verkaufte Produkt spätestens innerhalb von drei Arbeitstagen im Stihl B2B-System registrieren. Zudem sei es erforderlich, dass der Handelspartner auch der Übergabe von Maschinendaten an Stihl zustimme. Hiermit wolle man der Weiterentwicklung von vernetzten Produkten und verschiedenen Diagnosesystemen gerecht werden. Kundendaten seien hiervon allerdings ausgeschlossen.

4. Versand aller Produkte mit einer Ausnahme

Dem Stihl-Fachhandel wird es künftig möglich sein – auch ohne eine persönliche Übergabe und Einweisung – die Produkte an seine Kunden zu versenden. Der Fachhändler muss dem Kunden jedoch vor dem Kauf und Versand auch weiterhin die Beratung und Einweisung auf einem qualitativ hohen Niveau anbieten. Hierzu würden zum Beispiel auch die Online-Beratungs- und Einweisungshilfen oder die Beratung und Einweisung über das Telefon zählen.

Von einem Versand weiterhin ausgenommen bleiben jedoch die Motorsägen – dies gelte unabhängig von deren Antriebsart.

Die freigegebenen Produkte können in Zukunft durch den Fachhandel in der Originalverpackung an den Kunden versendet werden. Überprüfungen hätten gezeigt, dass die für den Betrieb dieser Produkte notwendige Montage durch den Anwender selbst durchgeführt werden könne und diese in den Bedienungsanleitungen ausreichend beschrieben sei, hieß es vonseiten des Unternehmens. Mit diesen Schritten werde man unter anderem neuen Möglichkeiten der Kommunikation bei Beratung und Einweisung gerecht.

5. Verkauf von Elektro- und Akkuprodukten in Originalverpackung

Zudem steht es dem Fachhandel künftig frei, Elektro- und Akkuprodukte – ebenfalls mit Ausnahme der Motorsägen – in der Originalverpackung zur Mitnahme anzubieten und diese Produkte nur auf Wunsch des Kunden in einem montierten und getesteten Zustand zu übergeben. Der Fachhändler müsse aber in der Verkaufsstelle – deutlich sichtbar für den Kunden – auf die Möglichkeit einer Beratung, Einweisung und Montage hinweisen.

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