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Umsatzzahl

Stihl Gruppe erzielt Umsatzplus

am Dienstag, 17.09.2019 - 13:44

Die Stihl Gruppe hat von Januar bis August 2019 einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro erzielt.

Dr_Bertram_Kandziora

Der Umsatz entspricht einem Wachstum von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ohne Berücksichtigung der Kurseffekte hätte die Steigerung 4,8 Prozent betragen. "Das Plus ist vor allem zurückzuführen auf eine stärkere Nachfrage nach höherpreisigen Produkten. Der Gesamtabsatz hat sich weniger dynamisch entwickelt. Wir konnten jedoch weiter Marktanteile im Benzin-Segment gewinnen", erklärte Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora auf der Pressekonferenz des Unternehmens am 17. September.

Der Absatz bei Akku-Geräten konnte zweistellig gesteigert werden, die Nachfrage nach Benzin-Produkten ist jedoch leicht zurückgegangen. "Wir lassen bei der Entwicklung von Benzin-Geräten keinen Millimeter nach und geben gleichzeitig Gas bei Akku-Produkten", betonte Dr. Bertram Kandziora. Die im Vorjahr ungünstigen Witterungsbedingungen in einigen Schlüsselregionen mit starker Hitze und wenig Regen sowie die schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Handelshemmnisse bremsten das Geschäft. "Viele Fachhändler hatten noch gefüllte Läger aus dem Vorjahr. Entsprechend fielen die Bestellungen in diesem Jahr eher verhalten aus", so der Vorstandsvorsitzende.
 

Weltweiter Absatz leicht im Plus

"In Summe haben wir beim Absatz aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen in der ersten Hälfte des Jahres weltweit nur ein leichtes Plus erzielt. Die schwächelnde Weltkonjunktur, zunehmende Handelsschranken und nach wie vor unklare Brexit-Regelungen sind nicht gerade förderlich für unser Geschäft. Es gibt jedoch Unterschiede in den einzelnen Märkten", berichtete Dr. Kandziora. West- und Osteuropa mit Ausnahme Russlands entwickelten sich positiv. Insbesondere der Absatz der Akku-Produkte, aber auch die Benzin-Produkte haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Für den Absatzrückgang in Russland sind vor allem hohe Lagerbestände aus dem Vorjahr verantwortlich. Grund war der trockene Sommer 2018. Hinzu kommt die nach wie vor schwache Kaufkraft. Der nordamerikanische Markt liegt beim Absatz leicht über Vorjahresniveau. Ein Wachstumsmarkt mit langfristiger Perspektive für die Stihl Gruppe ist Afrika – allerdings derzeit noch auf sehr niedrigem absoluten Niveau. In Lateinamerika wird das Unternehmen die Vertriebsaktivitäten weiter verstärken. 2020 eröffnet Stihl eine eigene Vertriebsgesellschaft in Peru. Weltweit arbeiteten zum Stichtag 31. August 2019 16.823 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Stihl.
 

Umsatz im deutschen Markt über Vorjahresniveau

Stihl hat in den ersten acht Monaten dieses Jahres im deutschen Markt einen Umsatz über Vorjahresniveau erzielt. "Erfreulich ist das Absatzwachstum bei Akku-Geräten und Benzin-Motorsägen. Auch bei den Stihl iMOW Mährobotern und den Hochdruckreinigern konnte der Absatz gesteigert werden. Wir sind für den Herbst zuversichtlich, bei günstiger Witterung und mit attraktiven Kampagnen weiter zu wachsen", erklärte Dr. Kandziora. Der deutsche Markt wird von der Stihl Vertriebsgesellschaft im hessischen Dieburg beliefert, die im August ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. So ist der Umsatz von Stihl Dieburg seit der letzten Erweiterung der Logistik im Jahr 2009 um 60 Prozent gestiegen. Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums und der steigenden Anforderungen des deutschen Marktes investiert Stihl mehr als 25 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes und errichtet ein neues Logistikgebäude, das Ende 2020 in Betrieb genommen werden soll.
 

Umsatz und Beschäftigung im deutschen Stammhaus gewachsen

Der Umsatz des deutschen Stammhauses, der Andreas Stihl AG & Co. KG, ist um zwei Prozent gestiegen auf 816 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 1,5 Prozent. Zum Stichtag 31. August 2019 betrug der Personalstand 5.032 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiteten 3.564 in Waiblingen, 381 in Fellbach, 258 in Ludwigsburg, 757 in Weinsheim und 72 in Wiechs am Randen. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Aus diesem Grund investieren wir stark in freiwillige Sozialleistungen für unsere Belegschaft und in die Aus- und Weiterbildung im Stammhaus", so Dr. Kandziora. 2019 erhöhte das Unternehmen die Anzahl der Auszubildenden von 187 auf 210.
 

Kurzfristig verhaltener Optimismus

Im Hinblick auf geschäftliche Perspektiven resümierte Dr. Kandziora: "In unserer strategischen Planung gehen wir langfristig von weiterem Wachstum aus. Aufgrund zunehmenden Wettbewerbs, schwächelnder Weltkonjunktur und weltweiter Handelskonflikte sind wir insbesondere kurzfristig nur verhalten optimistisch." Am Standort Deutschland sucht Stihl nach Fachkräften in den Bereichen Elektro-/Nachrichtentechnik, technische Informatik, Soft-/Hardwareentwicklung, Elektro-/Akkuentwicklung, Produktentwicklung und IT. Das Stammhaus hat derzeit etwa 350 offene Stellen. Im direkten Bereich rechnet das Unternehmen hierzulande in diesem Jahr nicht mit weiteren Neueinstellungen.
 

Optimierung des Kundennutzens

Digitale Transformation, zunehmende Bedeutung von Akku-Produkten und neue Kundenanforderungen beim Onlinehandel seien aktuell für viele Unternehmen relevant. Auch die Branche motorbetriebener Garten- und Forstgeräte befinde sich derzeit im Umbruch. Dr. Kandziora: "Wir haben uns auf die Transformation mit hohen Investitionen in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie in Akku-Technologie, Elektronik und Robotik vorbereitet. Diese Strategie werden wir weiter vorantreiben und optimieren." Außerdem hat Stihl verschiedene Maßnahmen in der Vertriebs- und Produktpolitik geplant. Beispielsweise wird das Unternehmen seinen Kunden im Frühjahr nächsten Jahres auf der Website www.stihl.de einen komfortablen Onlineshop zur Bestellung von Produkten im deutschen Markt anbieten. Der Fachhandel bleibt persönlicher Ansprechpartner des Kunden und bietet auch weiterhin Beratung, Einweisung und Service. "Darüber hinaus werden wir Stihl Produkte, Prozesse und Service weiter optimieren, um uns für die Herausforderungen durch veränderte Rahmenbedingungen zu wappnen", kündigte der Stihl Vorstandsvorsitzende an.