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Mit dem Traktor von Salzburg ans Nordkap

© Kai Nicolaisen
von , am
28.06.2014

Die Österreicher Christa und Herbert wollen ans nördlichste Ende Europas - mit ihrem Traktor von 1961. Seit Mai sind die beiden auf der 4.000 Kilometer langen Strecke unterwegs.

Die Österreicher Christa und Herbert wollen mit ihrem Traktor ans Nordkap. © Kai Nicolaisen
Österreichische Urlauber mit Wohnwagen sind auf norwegischen Straßen keine Seltenheit. Doch die Tatsache, dass sie mit einem alten Traktor unterwegs sind, ist dann doch nichts Alltägliches.
 
Die Österreicher Christa und Herbert sind auf einer 4.000 Kilometer langen Reise von den Alpen ans nördlichste (auf Straßen erreichbare) Ende Europas. Norwegische Medien und Lokalnachrichten berichten begeistert über die beiden. Auf ihrem Rückweg soll die Reise durch Finnland und Schweden führen.

100 Kilometer täglich

Christa Daxer und Herbert Pichler starteten ihre Traumreise am 20. Mai in Salzburg. Seitdem legen sie jeden Tag circa 100 Kilometer zurück und schafften es inzwischen bis nach Nordnorwegen. "Bis jetzt sind wir 3.825 Kilometer gefahren und es war eine fantastische Reise, auch wenn wir nicht besonders viel Glück mit dem Wetter hatten", so das Paar zur Zeitung Lofotposten. Wie viel Strecke noch vor ihnen liegt, wissen sie nicht genau.

Verrückte Idee

Wie Herbert dem norwegischen Reporter erzählt, leitete er 31 Jahre lang seine eigene Firma. Meetings, Telefonate und der ganze Stress wurden ihm aber irgendwann zu viel. So begann er als Karosseriearbeiter in seinem eigenen Unternehmen. "Ich weiß nicht, woher die Idee kam, mit dem Traktor ans Nordkap zu fahren. Aber als sie sich einmal festgesetzt hatte, wurde uns beiden schnell klar, dass wir das einfach tun mussten", so Herbert.

Fendt, Baujahr 1961

Herbert baute den Fendt von 1961 etwas um. © Kai Nicolaisen
Den Fendt von 1961 kaufte der Salzburger extra zu diesem Zweck. Er renovierte ihn und nahm ein paar kleine Veränderungen vor. "Die Kabine ist etwas größer geworden und ich habe einen extra Sitz für Christa gebaut", berichtet Herbert der Zeitung. Christa entgegnet lachend: "Ich werde Traktorkönigin genannt und die braucht ja schließlich einen eigenen Königinnensitz!". Nun haben die beiden genügend Platz, um bequem auf große Fahrt zu gehen.

Kein Gehupe

Überrascht sind die beiden von der Freundlichkeit und Geduld der Autofahrer. Der Fendt bringt es gerade einmal auf 30 km/h, doch laut Herbert drängelt keiner. "Ich glaube, bisher hat uns noch kein einziger angehupt. Die Autofahrer nehmen Rücksicht. Wenn sie vorbeifahren, strecken sie die Daumen hoch und zücken die Kamera", berichtet er der Lofotposten. "Auch auf den Campingplätzen oder Fähren kommen die Leute zu uns, wollen Fotos machen und sagen uns immer wieder, wie toll sie unser Vorhaben finden", fügt Christa hinzu.

Entspannung pur

Christa und Herbert sind sich sicher: "Wer langsam fährt, kommt auch ans Ziel". © Kai Nicolaisen
Herbert hatte eigentlich damit gerechnet, dass es eher langweilige Tage werden würden. Aber ganz im Gegenteil, meint er. Sie berichten von einem völlig stressfreien Dasein, ohne Telefon, Computer oder Fernsehgerät: "Wir haben in unserem Wohnwagen alles, was wir brauchen. Außer einem Fernseher."
 
Christa meint, sie sei ziemlich überrascht davon, dass der ihr gar nicht fehle. "Das liegt wohl an der fantastischen Natur um uns herum. Gestern habe ich sogar einen Elch gesehen", erzählt die Salzburgerin begeistert. Auch Herbert genießt die Reise: "Ich entspanne mich total und kann meinen Gedanken nachhängen. Das ist einfach nur Leben."

Kurs Richtung Nordkap

Ziel Nordkap - der Großteil der 4.000 Kilometer langen Strecke ist bereits geschafft. © Kai Nicolaisen
Wie viele Kilometer die Salzburger nun noch genau haben, wissen sie nicht. Zwar würden sich die beiden am Abend zuvor stets eine Plan zurechtlegen, doch folgten sie diesem nicht immer. "Wir wissen nicht, wie weit wir heute oder morgen fahren werden. Unsere Etappen schwankten bisher zwischen 20 und 200 Kilometern pro Tag." Das Nordkap muss nun aber natürlich erreicht werden, so das Paar zu Lofotposten. "Anfangs hatten wir in Norwegen durchaus unsere Zweifel, ob wir es ans Nordkap schaffen würden. Aber jetzt sind wir uns ganz sicher!"
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