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VDMA: Baumaschinenindustrie steigerte Umsatz

von , am
18.02.2015

Der Umsatz der deutschen Baumaschinenhersteller ist 2014 mit plus acht Prozent leicht höher ausgefallen als erwartet und liegt jetzt bei 8,4 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Niveau von 2006.

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"Das eine ist der Umsatz, das andere der Ertrag", relativierte Joachim Strobel, Stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) und Geschäftsführer der Liebherr EMtec GmbH, die Zahlen. Die schnelle Abfolge der Abgasvorschriften hat für die Unternehmen einen hohen Entwicklungsaufwand bedeutet, der kostenneutral nicht zu haben sei. Für das laufende Jahr erwartet die deutsche Baumaschinenindustrie nur eine Seitwärtsbewegung, da sich die Geschäfte auf den gut laufenden und den weniger gut laufenden Märkten tendenziell ausgleichen werden. Existenzielle Nöte der Baumaschinenhersteller schloss Strobel aber aus, auch wenn die Planbarkeit des Geschäfts immer schwieriger werde: "Von sieben-Jahres-Zyklen wie früher kann keine Rede mehr sein".
 
2014 hat der deutsche Markt mit einem Wachstumsplus von neun Prozent alle Erwartungen übertroffen und sich einmal mehr stabil gezeigt. Die Firmen gehen davon aus, dass er sich 2015 erneut freundlich entwickeln wird, auch wenn es auf dem heimischen Markt nicht mehr so viel Luft nach oben gebe, so Strobel. Portugal und Spanien kommen langsam aus der Versenkung, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau. Bei großer Heterogenität stieg der Baumaschinenabsatz 2014 insgesamt in Europa um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch öffentliche Ausschreibungen gibt es wegen politischer Irritationen kaum noch, "ein schwerer Schlag für viele Unternehmen", meint Strobel. Hinzu kommt, dass die Baumaschinenvermieter als großes Kundensegment insgesamt wenig Investitionsbereitschaft aussenden. Sie seien offenbar noch dabei sich in Bezug auf die Abgasstufen IIIA, IIIB und noch kommende zu positionieren. Auch das fehlende Russlandgeschäft bereitet Sorgen. Um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist der Absatz eingebrochen und eine Erholung ist angesichts der politischen Spannungen auch in diesem Jahr nicht in Sicht.
 
{BILD:629114:jpg}Im Aufwind befinden sich dagegen die Geschäfte in den USA, zumal auch der Wechselkurs derzeit mitspielt. Um 19 Prozent haben die Unternehmen 2014 ihren Absatz dort steigern können. Die Signale sind auch 2015 positiv. Gleiches gilt für die Mena-Region, insbesondere Saudi-Arabien. Die Bric-Staaten haben dagegen nicht das gehalten was sie versprachen. In China hat die Branche 2014 zum dritten Mal in Folge ein Minus im zweistelligen Bereich verkraften müssen. Die jungen Maschinenparks und riesige Überkapazitäten lassen auch 2015 noch keine Trendwende erkennen. In Indien ist die Stimmung in der Bauwirtschaft zwar besser geworden, in Zahlen schlägt sich das jedoch noch nicht nieder. Südamerika und auch der afrikanische Kontinent bleiben hinter den Erwartungen zurück, einzig aus Ägypten kommen sehr gute Impulse aufgrund des Ausbaus des Suez-Kanals.
 
2015 müssen viele Baumaschinenhersteller erneut erhebliche Investitionssummen bewegen, um die Stufen der Abgasemissionsrichtlinie 97/68/EG umzusetzen. Derzeit liegt ein Revisionsentwurf der Richtlinie vor, die Abstimmung im Rat und im Parlament steht noch aus. Die mit dieser sogenannten Stufe V vorgeschriebenen neuen Grenzwerte seien machbar, so Strobel, es gehe vor allem um die Einführungsfristen der neuen Richtlinie. Die seien mit dem 01.Januar 2020 für alle mobilen Maschinen in den Größenklassen von 56 bis 130 kW und dem 01.Januar 2019 für alle Maschinen der restlichen Größenklassen äußerst ambitioniert. "Im Hinblick auf Entwicklungszeiträume von fünf Jahren und der erforderlichen technischen Entwicklungen sind diese Fristen viel zu knapp bemessen", meint Strobel. Die Industrie kämpft deshalb in Brüssel um die Verlängerung der Einführungsfristen und mehr Planungssicherheit. Seit Einführung der Abgasemissionsrichtlinie 1999 wurden Emissionen von mobilen Maschinen dank immenser technologischer Neuerungen und Investitionen bereits um mehr als 95 Prozent für NOx und PM reduziert. Ohne dass von einer signifikanten Refinanzierung gesprochen werden kann, sind nun erneut erhebliche Summen für die notwendigen Entwicklungen erforderlich.
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