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Baumatechnik

VDMA: Deutsche Baumaschinenindustrie in der Mitte des Booms

Liebherr Bagger
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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
15.02.2018

Die deutsche Baumaschinenindustrie hat das Jahr 2017 mit einem Umsatzplus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen. Der Branchenumsatz betrug damit 10,8 Milliarden Euro. Die Branche wuchs im vierten Jahr in Folge. Auch der Auftragseingang lag am Jahresende um 19 Prozent höher. 2018 sollte daher ein weiteres sehr gutes Jahr werden. Die Industrie rechnet mit einer Umsatzsteigerung von acht Prozent, berichtet der VDMA.

Boom sollte auch bis 2019 hineintragen

„Seit Jahren haben wir einen solch einhellig großen Optimismus wie heute nicht mehr gespürt“, kommentierte Joachim Strobel, Geschäftsführer der Liebherr-EMtec GmbH und Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen im VDMA, die gute Stimmung unter seinen Kollegen auf ihrer Jahressitzung in Frankfurt. In allen Teilsegmenten konnten die Unternehmen 2017 deutliche Zuwächse erwirtschaften, am größten bei den Erdbewegungsmaschinen (plus 21 Prozent), gefolgt von den Hochbaumaschinen (plus elf Prozent) und den Straßenbaumaschinen (plus neun Prozent). „Wir profitieren von einer großen Nachfrage rund um den Globus zur gleichen Zeit“, ergänzte Franz-Josef Paus, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen und Geschäftsführender Gesellschafter der Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das in diesem Jahr ändern sollte. „Der Boom wird uns bis ins Jahr 2019 tragen“. Die Hersteller sind deshalb auch guter Dinge für die bauma, die Weltleitmesse der Branche, die im April kommenden Jahres in München stattfindet.

Deutscher Markt und Europa sind Motor
Treiber der guten Entwicklung war 2017 der deutsche Markt. Hier konnten die Hersteller auf einem bereits hohen Niveau noch einmal drei Prozent im Absatz aufsatteln. „Diese Größenordnung hat doch erstaunt“, sagte Strobel. Dass es nur drei Prozent waren, lag vor allem am Kompaktmaschinensegment. Es zeigte nach den Höhenflügen der vorangegangenen beiden Jahre deutliche Sättigungstendenzen und lag moderat einstellig im Minus. In Europa wurden im letzten Jahr rund 20 Prozent mehr Baumaschinen abgesetzt als 2016. In Nord- und Westeuropa befanden sich die Baumaschinenverkäufe auf Rekordniveau; in Süd- und Mittelosteuropa zog die Nachfrage – von niedrigem Niveau kommend – stark an. Russland macht den Herstellern trotz der jüngsten Erholung weiterhin Sorge. In dem einst boomenden Markt sind die deutschen Hersteller bei weitem noch nicht wieder dort, wo sie einmal waren. „Wir tun uns schwer, das durch die EU-Sanktionen verspielte Vertrauen wieder aufzubauen“, erklärte Strobel.

Hohe Kapazitätsauslastung und längere Lieferzeiten
Laut Ifo-Konjunkturtest lag die Kapazitätsauslastung der deutschen Hersteller von Baumaschinen und Baustoffanlagen Anfang 2018 bei 89 Prozent. Neben Materialknappheit oder, wie Paus sagte, „dem Kampf ums tägliche Material“ werden 2018 auch Personalengpässe ein limitierender Faktor sein. Lange Lieferzeiten der Komponentenzulieferer sind die Kehrseite des hohen Auftragsbestandes in vielen Teilbranchen. In der Limitierung sehen die Industrievertreter durchaus auch positive Züge. Sie verspricht mitunter eine langsamere und gesündere Aufwärtsentwicklung als man sie in der Vergangenheit schon erlebt habe.

 

 

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