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Erstes Quartal 2016

Wacker Neuson: Jahresauftakt verlief wie erwartet schwierig

mm/Agrartechnik
am
18.05.2016

Während der Umsatz von Wacker Neuson im ersten Quartal 2016 den Rekordwert des Vorjahresquartals fast erreichte, musste der Konzern hohe Einbußen beim Ergebnis hinnehmen.

Wacker Neuson erwirtschaftete im ersten Quartal 2016 einen Umsatz von 316,4 Millionen Euro. Dieser lag zwei Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres (Q1/15: 324,3 Millionen Euro). Währungsbereinigt sank der Umsatz um ein Prozent.

Wichtige Märkte befinden sich unverändert in der Krise, wie Cem Peksaglam, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson SE, erläutert: "In Nordamerika traf uns die anhaltende Nachfrageschwäche aus der Rohstoff- und Energiewirtschaft insbesondere im Geschäftsfeld Baustellentechnik. Südamerika, vor allem Brasilien, leidet unverändert unter politischer wie wirtschaftlicher Unsicherheit und verharrt auf niedrigem Niveau. Demgegenüber lag die Nachfrage in der Bauwirtschaft in Zentral- und Nordeuropa auf hohem Niveau, die südeuropäischen Länder holten hier im Vergleich zum Vorjahr auf. Das Geschäft mit unseren kompakten Maschinen für die Landwirtschaft blieb jedoch aufgrund der sehr niedrigen Lebensmittelpreise, insbesondere des Milchpreises, erwartungsgemäß hinter dem Niveau des Vorjahreszeitraums zurück."

In Europa, wo mit 72 Prozent ein sehr großer Anteil der gesamten Umsätze getätigt wird, betrug der Umsatzrückgang zwei Prozent zum Vorjahr. Hier konnte der Konzern den Nachfragerückgang in der Landwirtschaft weitestgehend ausgleichen. Der Umsatz in der Region Amerika sank im ersten Quartal vor allem wegen der Öl- und Gaskrise um 15 Prozent. Zudem hatten dort Verzögerungen beim Produktionsanlauf von Kompaktmaschinen in den USA den Umsatz beeinträchtigt. Zusätzlich wirkte sich der vergleichsweise hohe Dollarkurs negativ auf den Export der in den nordamerikanischen Werken des Konzerns hergestellten Baugeräte aus.

Ein starkes Wachstum verzeichnete der Konzern hingegen in der Region Asien-Pazifik, wo sich der Umsatz fast verdoppelte. "Unser Geschäft in Asien entwickelt sich sehr positiv, wenn auch das Wachstum des Umsatzes in dieser Region im ersten Quartal durch zeitlich versetzte Einmaleffekte begünstigt wurde, was sich bis Jahresende wieder relativieren wird. Während der Markt für große Maschinen in China insgesamt rückläufig ist, folgen wir mit unseren Kompaktmaschinen einem positiven Wachstumstrend," führt Peksaglam weiter aus. Die stark von Rohstoffpreisen abhängige Wirtschaft in Australien hingegen litt weiter unter der Krise im Bergbau. Die gesamte Region steigerte ihren Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent.

Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Mit 51 Prozent erzielte der Konzern seinen größten Umsatzanteil im Geschäftsfeld Kompaktmaschinen. Hier erreichte der Umsatz nahezu das hohe Niveau des Vorjahres. Der Baugeräteumsatz hingegen sank vor allem wegen des Rückgangs im Öl- und Gasgeschäft und anhaltender Krisen in einigen Emerging Markets um acht Prozent und machte im ersten Quartal 29 Prozent der Konzernumsätze aus. Der Dienstleistungsumsatz, wozu unter anderem Reparaturen und Ersatzteile zählen, stieg um zwei Prozent zum Vorjahresquartal – damit kam dieser Geschäftsbereich auf einen Umsatzanteil von 20 Prozent.

Veränderung im Regionen- und Produktmix wirken sich negativ auf Ergebnis aus

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent auf 17,3 Millionen Euro. Die EBIT-Marge sank dadurch auf 5,5 Prozent (Q1/15: 31,7 Millionen Euro; 9,8 Prozent). Das Periodenergebnis belief sich auf 11,1 Millionen Euro (Q1/15: 21,3 Millionen Euro), das Ergebnis je Aktie lag bei 0,16 Euro (Q1/15: 0,30 Euro). Hauptgründe für den Ergebnisrückgang waren die Krisenmärkte. "Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnten wir das hohe Umsatzniveau des Vorjahres nahezu halten. Im ersten Quartal hatten wir jedoch einen deutlich ungünstigeren Produkt- und Regionenmix, welcher zu einem Ergebnisrückgang führte. Daneben haben uns deutlich schlechtere Währungsverhältnisse nicht nur erheblichen Umsatz, sondern auch Ergebnis gekostet. Mit Kostendisziplin und unseren fortgeführten Bemühungen zur Prozessoptimierung sowie zur Nutzung von Synergien im Konzern steuern wir dagegen," erklärt Peksaglam. Des Weiteren hatten die Einführung und die Umsetzung der neuen Abgasregelungen für Dieselmotoren die Kosten getrieben.

Wachstumsprognose für 2016 wird bestätigt

"Die aktuelle Auftragslage, die positive Entwicklung in Europa, Infrastrukturprogramme in Deutschland und nicht zuletzt die positive Stimmung vieler nationaler und internationaler Kunden auf der Messe bauma deuten darauf hin, dass die schwache Entwicklung des ersten Quartals im weiteren Jahresverlauf – und hier vor allem im zweiten Halbjahr – kompensiert werden kann", so Peksaglam.

Das Unternehmen geht für 2016 unverändert von einem Gesamtjahresumsatz von 1,40 bis 1,45 Milliarden Euro aus, was einem Wachstum zwischen zwei und fünf Prozent zum Vorjahr entspricht. Dabei soll die EBIT-Marge weiterhin zwischen 7,0 und 8,0 Prozent liegen (2015: 7,5 Prozent). Für das Geschäftsjahr 2016 plant das Unternehmen Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 100 Millionen Euro (2015: 118 Millionen Euro). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der kommenden Hauptversammlung am 31. Mai 2016 in München eine Dividende von 0,50 Euro pro Aktie vor (2015: 0,50 Euro).

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