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Erntetechnik

Zürn-Mähdrescher-Schneidwerk mit elektrischen Antrieben

mm
am
09.11.2015

Die Zürn Harvesting GmbH & Co. KG hat mit ihren Partnern zusammen ein Mähdrescher-Schneidwerk komplett mit elektrischen Antrieben ausgestattet.

Praxisversuche in den Jahren 2014 und 2015 ergaben nach Werksangaben, signifikante Leistungssteigerungen gegenüber hydraulisch / mechanisch angetriebenen Schneidwerken am gleichen Mähdrescher.

Je schwieriger und ungleichmäßiger der Drusch-Bestand, desto höher lag demnach die Mehrleistung des i-Flow Schneidwerkes. Für dieses innovative Schneidwerkskonzept verlieh die DLG 2015 dem Hohenloher Maschinenbauer eine Silbermedaille.

Elektromotor als Antrieb und Sensor

Alle Komponenten des Schneidwerkes weisen elektrische Antriebe auf: Messerantrieb, Zuführbänder, Einzugsschnecke und Haspel. Dabei wird die Doppelfunktion von Elektromotoren genutzt: Sie sind Antrieb und Sensor gleichzeitig.

In einer Pressemeldung von Zürn hieß es: "Als Antriebe sind sie präzise in Drehzahl und Drehmoment regelbar, als Sensoren liefern sie Informationen über Belastungszustand und Einsatzbedingungen. Ein Beispiel: Durch die flexible Drehzahl-Regelung der verschiedenen elektrischen Antriebe im Schneidwerk wurde der Gutfluß im Mähdrescher gleichmäßiger. Somit konnte häufig mit optimaler ‚Maschinenbefüllung’ geerntet werden. Dies wiederum führte zu Leistungssteigerungen von fünf bis zehn Prozent gegenüber Schneidwerken mit drehzahl-starren, mechanischen Antriebssträngen."

Zudem würden die elektrischen Antriebe eine nahezu komplette Automatisierung des Mähdrescher-Betriebs erlauben. Das reiche von der Regelung der Vorfahrtsgeschwindigkeit, über das „Vorgewende-Management“ bis zum Not-Stopp bei Überlastung ("Stopfer", "Fuchs") der Maschine.

Geschlossenes System

"Die elektrische Stromversorgung liefert ein 60 V Generator, der an der Rückseite des Schneidwerks befestigt ist. Er wird über die Gelenkwelle vom Mähdrescher angetrieben, die standardmäßig das Schneidwerk antreibt. Damit sind sämtliche Schnittstellen zum Mähdrescher unverändert. Lediglich zur Steuerung der elektrischen Antriebe gibt es eine neue elektrische Steckverbindung", beschreibt Firmenchef Rolf Zürn das System.

"Damit ist die neue Maschine komplett autark und kann, nach Anpassen der Aufnahme am Schneidwerk, an sämtliche Mähdrescher angekoppelt werden. So ist sichergestellt, dass die Neu-Konstruktion auch an vorhandenen Maschinen ohne großen Umrüstaufwand eingesetzt werden kann", ergänzt er weiter.

Das 60 V Antriebssystem am Schneidwerk würde zudem Sicherheit bieten. Durch das neue Antriebskonzept würde erstmals ein intelligenter Betrieb innerhalb eines Schneidwerkes realisiert: Die Belastung des Messer-Antriebes liefere die Drehzahl-Informationen für die Transportbänder und die Einzugsschnecke. Würde beispielsweise eine hohe Last am Messer anstehen, laufen die Bänder und die Einzugsschnecke schneller.

Darüberhinaus speichere die Software fruchtartspezifische Daten ab. Auch sei denkbar, dass – je nach Belastung vom Messerantrieb und Dreschtrommel – die Fahrgeschwindigkeit des Mähdreschers automatisch geregelt werde.

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