Zukunft der Landwirtschaft Im dlz-Interview: DBV-Präsident Rukwied positioniert sich

Dieser Artikel ist zuerst im dlz agrarmagazin erschienen. Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

Joachim Rukwied im Traktor © Detlef Steinert Bild vergrößern
von , am

Kurz hintereinander haben DBV, regionale Bauernverbände und DLG Stellung zu Veränderungen in der Landwirtschaft bezogen. Der Chefredakteur der dlz hat mit Bauernpräsident Joachim Rukwied über Hintergründe und Inhalte gesprochen.

Im Interview mit dem Chefredakteur des dlz-agrarmagazins Detlef Steinert erklärt DBV-Präsident Joachim Rukwied seine Vorstellungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und geht durchaus kritisch mit Positionen anderer Verbände und Organisationen um.

Laut Rukwied berücksichtige zum Beispiel das DLG-Papier die Realität nicht genügend. Als Beispiel nennt er die Position der DLG zur Anbindehaltung. Die DLG lehnt die Anbindehaltung ab. Diese Haltungsform pauschal als nicht tiergerecht zu bezeichnen, trifft die Realität laut Ruckwied nicht. "Der Boxenlaufstall wird sich in der Zeitschiene sowieso durchsetzen. Wir brauchen aber Übergangsszenarien, damit die Betriebe umstellen können", betont Rukwied im Interview.

Streitpunkt Zahlungen aus der 1. Säule

Ein weiteres spannendes Thema in diesem Interview sind die unterschiedlichen Standpunkte des DBV Präsidenten und der DLG zu den Zahlungen aus der 1. Säule. Rukwied kritisiert, dass sich die DLG damit einverstanden erklärt, die Zahlungen der ersten Säule auslaufen zu lassen. Er befürchtet eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauern.

Das Interview erscheint in der aktuellen Ausgabe des dlz agrarmagazins

Positionspapiere im Überblick

Die wichtigsten Positionspapiere zum Umgang mit gesellschaftlich geforderten Veränderungen:

  • Ausgehend von der Erfurter Erklärung 2015 hat der Deutsche Bauernverband (DBV) ein Positionspapier erarbeitet, das Ende März aktualisiert und konkretisiert wurde.
  • Der Bauernverband in Westfalen ging im November 2016 mit der „Offensive Nachhaltigkeit“ an die Öffentlichkeit. Kritisiert wurde vor allem die Aussage, wonach der Berufsstand durch seine Art und Weise der Erzeugung dazu beigetragen habe, „dass Boden, Wasser, Luft und Tiere ... geschädigt werden“.
  • Anfang März stellte der Bauernverband Schleswig-Holstein ein Papier vor, in dem er verdeutlicht, dass Veränderungen zwingend die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – berücksichtigen müssten.
  • Kurz vor der Grünen Woche 2017 machte die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit dem Papier „Landwirtschaft 2030 – zehn Thesen“ ihre Zukunftsvision publik. Die „schonungslose Analyse des Status Quo“ (Zitat) hat bei vielen Landwirten für Widerspruch gesorgt.

Mit Material von dlz

Saisonstart 2017: Raus auf den Acker