Folgen der Milchkrise Schicksalsbericht: "Alle Kühe sind weg"

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Maren Diersing-Espenhorst vom dlz agrarmagazin beschreibt in ihrem Editorial, wie emotional ihre Familie die Aufgabe der Milchviehaltung erlebt hat.

Maren Diersing-Espenhorst ist Redakteurin beim dlz agrarmagazin (primus Rind).

Liebe Leserinnen & Leser, vor ein paar Tagen kamen mir die Tränen – wortwörtlich. Ich habe geweint! Und so ging es auch einigen meiner Familienmitglieder. Denn innerhalb von wenigen Stunden haben alle Kühe die Ställe des Betriebs meines Bruders verlassen. Sie sind weg! Gott sei Dank, gingen sie nicht zum Schlachthof, sondern werden auf anderen Milchviehbetrieben weiter gemolken.

Betriebszweig Milchviehhaltung wird geschlossen

Es ist der traurige Abschluss eines niederschmetternden Jahres. Der miserable Milchpreis war nur noch der Tropfen, der den Kühltank zum Überlaufen brachte. Langfristig war die Arbeitsbelastung nicht mehr tragbar, die durch die veraltete Haltungs- und Melktechnik nur noch weiter zugespitzt wurde.

Ein Neu- oder Umbau der Ställe wäre unser aller Wunsch gewesen – nur leider nicht der unseres Landkreises. Die Genehmigungsverfahren dazu laufen seit Jahren und haben bereits Unsummen gekostet – ohne meinen Bruder auch nur in die Nähe eines neuen Stalls zu bringen. Also wurde dieser Betriebszweig schweren Herzens geschlossen und ein Mitarbeiter wird wahrscheinlich gehen müssen.

Färsenmast als Alternative?

Nun stellt sich die Frage nach der zukünftigen Nutzung der frei gewordenen Ressourcen. Neben Ackerbau ist Bullenmast schon immer ein Standbein des Hofs. Also liegt es nahe, die Mast auszuweiten und den Stall entsprechend umzubauen. Diesen Gedanken haben auch viele andere Betriebe, die aus der Milchviehhaltung ausscheiden.

Ob es der richtige Schritt ist? Ich weiß es nicht. Neben den Ställen besteht dadurch die Möglichkeit, das Grünland weiterhin zu einem gewissen Anteil zu nutzen. Das Risiko, dass der Markt mit Rindfleisch überschwemmt wird, ist aber nicht zu unterschätzen. Eine Alternative wäre die Färsenmast. Leider sind die Zunahmen gering und es gibt keinen guten Markt für diese Tiere in Deutschland.

Mutterkuhhaltung als Alternative?

Eine weitere Überlegung betrifft die Mutterkuhhaltung. Sie ist wiederum mit einigem Arbeitsaufwand verbunden. Allerdings könnten die hofnahen Weideflächen gut genutzt werden. Wie Sie sehen, überlegen wir derzeit in viele Richtungen.

Aus dieser ganzen Misere nehme ich aber zwei wichtige Dinge für mich mit. Erstens: Die gesamte Familie hängt am Hof und steht fest zusammen, wenn es hart auf hart kommt. Und das Zweite ist eine Binsenweisheit, die mir dennoch Hoffnung gibt: Was auch passiert, es geht immer irgendwie weiter!


Die 15 meistzugelassenen Traktoren in 2016
  • Platz 1: Fendt 724 Vario Platz 1: In Naturegreen führt der Fendt 724 Vario das Traktoren-Ranking an. 630 Stück konnten die Marktoberdorfer an ihre Kunden ausliefern. Das sind zwar 78 weniger als 2015, aber auch 77 mehr als der Zweitplatzierte.

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  • Platz 2: Fendt 516 Vario Platz 2: Den zweiten Rang hält ebenfalls ein Allgäuer, der Fendt 516 Vario. Hiervon fanden 553 Stück den Weg auf deutsche Höfe - 103 mehr als im Vorjahr.

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  • Platz 3: Fendt 313 Vario Platz 3: 350 Stück weniger als im Vorjahr, aber immer noch auf dem Treppchen: der 313 Vario mit 440 verkauften Einheiten.

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  • Platz 4. John Deere 6215R Platz 4: Das Grün wird dunkler, hier rangiert der John Deere 6215R. 341 Stück von Mannheims Liebling fanden 2016 einen stolzen Besitzer - 72 weniger als im Vorjahr.

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  • Platz 5: Fendt 718 Vario Platz 5: Mit nur 10 Stück weniger als der John Deere 6215R schafft es der Fendt 718 noch in die Top 5. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 18 Stück mehr zugelassen.

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  • Platz 6: Deutz-Fahr 6160P Platz 6: Mit 304 zugelassenen Traktoren rangiert hier der Deutz-Fahr 6160. Das sind 37 weniger als 2015.

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  • Platz 7: Claas Arion 650 Platz 7: Der saatengrüne Claas Arion 650 belegt den siebten Rang. 292 Stück des 175 PS-Schleppers haben deutsche Landwirte 2016 zugelassen - 111 weniger als 2015.

    © Anderas Holzhammer, dlz agrarmagazin
  • Platz 8: John Deere 6155R Platz 8: Erneut dunkelgrün - 277 John Deere 6155R fanden im vergangenen Jahr ein Zuhause in Deutschland. Vom Vorgängermodell 6150R konnte John Deere 2015 noch 321 an den Landwirt bringen.

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  • Platz 9: John Deere 5055E Platz 9: Neunter ist der kleine John Deere 5055E. 261 Stück dieses Modells wurden 2016 zugelassen - 24 weniger als im Vorjahr.

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  • Platz 10: John Deere Gator XUV 855D Platz 10: Von John Deeres Multifunktionsfahrzeug Gator XUV 855D wurden 2016 226 Stück zugelassen wurden. Hier musste John Deere ein Minus von 33 Stück verzeichnen.

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  • Platz 11: John Deere 1026R Platz 11: Der Kleintraktor 1026R von John Deere rangiert mit 220 Zulassungen an der Spitze des hinteren Drittels.

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  • Platz 12: Kubota BX2350 Platz 12: Orange statt grün - hier steht der Kubota BX2350 mit 217 Zulassungen - 63 weniger als im Vorjahr.

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  • Platz 13: Kubota B2420 Platz 13: Es bleibt orange. Vom B2420 konnte Kubota 2016 212 Stück verkaufen und zulasssen.

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  • Platz 14: Fendt 828 Vario Platz 14: Hier findet sich erneut ein Fendt: der 828 Vario mit 211 zugelassenen Einheiten. Das ist nur eine weniger als im Vorjahr, reicht aber, um im Ranking zehn Plätze gut zu machen.

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  • Platz 15: Deutz-Fahr 5070D Platz 15: Die Top 15 beschließt ein kleiner Lauinger: der 5070D mit 205 Zulassungen.

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