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Von 30 auf 900 ha: Die Erfolgsgeschichte eines Landwirts aus Estland

Dieser Artikel ist zuerst in der DLZ erschienen.

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Üllar Hiire fing nach der Wende mit rund 30 ha Ackerland in Estland an. Heute bewirtschaftet er mit seinem Sohn 900 ha. Das Geheimnis: Schlagkraft und viel Elektronik.

von am
15.07.2016
Üllar Hiire (li.), 54, ist studierter Maschinenbauer und kennt noch die Zeit sowjetischer 5.000-ha-Kolchosen in seinem Land. 1994 hat er mit einem Traktor und rund 30 ha angefangen, "moderne Landwirtschaft" zu betreiben. Gut 20 Jahre besitzt er die eigene Farm nahe Liigvalla in Estland. Dort bewirtschaftet er mit seinem Sander (re.), 27, knapp 900 ha, davon etwa 40 ha Wald. © Karl Bockholt
Die EU-Fördermittel sind nach Üllars Angaben zwar "die niedrigsten in ganz Europa". Die Preise für Weizen oder Raps liegen aber knapp unter deutschem Niveau. Die Erträge des relativ extensiven Anbaus ohne viel Pflanzenschutz sind jedoch niedriger. © Karl Bockholt
Üllar hat seinen Sohn Sander mit neuester Technik, unter anderem mit einem modernen Farmmanagementsystem, wieder auf den Betrieb gelockt. Die App und das Web-Angebot des in Estland ausgezeichnet funktionierenden Internets bieten dem Junior die Aussicht, etliche Arbeiten künftig womöglich von der Stadt aus zu steuern. © Karl Bockholt
Düngung und Pflanzenschutz funktionieren auf seinem Betrieb, der zum Teil im Wasserschutzgebiet liegt, inzwischen mehr oder weniger teilflächenspezifisch. Dem guten Netzausbau, zum Teil mit Richtfunk, sei Dank. © Karl Bockholt
Für den Pflanzenschutz etwa, den er „in Zukunft intensivieren“ will, hat er den neuen Selbstfahrer 5430i von John Deere mit 36 m Arbeitsbreite angeschafft. © Karl Bockholt
"Möglichst jedes Jahr" probieren Vater Üllar und Sohn Sander Neues auf dem Betrieb aus. Seit einigen Jahren etwa funktioniert die Getreidetrocknung mit Holzhackschnitzeln aus dem eigenen Wald. © Karl Bockholt
Seit 2013 nutzen die estnischen Landwirte zudem die heimische VitalFields-Ackerschlagkartei im Internet, das "überall flächendeckend und sehr schnell" funktioniert. Dazu hat er sich eine App aus dem Netz heruntergeladen und kann sich online in dem System anmelden. © Karl Bockholt
Die Daten der Ackerschläge lassen sich aus dem EU-Flächenantrag importieren. Was Sander Hiire besonders gefällt, ist "die Einfachheit des Systems". So kann er Arbeiten oder Aufträge für seine Beschäftigten erstellen, die sie über ihre Smartphones erhalten. © Karl Bockholt
"Das System bietet mir verschiedene Online-Werkzeuge für die Planung und die Betriebsführung bis hin zum Erstellen von Compliance-Berichten", sagt Sander Hiire. "Das macht es mir leichter, Entscheidungen zu treffen." © Karl Bockholt
Sander Hiire nutzt zur Preisabsicherung in der Saison jeden Tag die Angebote und Abfragen mit seinem Smartphone. Empfang hat er überall: In dieser Beziehung haben die Esten den übrigen Europäern einiges voraus. © Karl Bockholt
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