Globale Landwirtschaft Dürren, Preiskampf, Schadstoffe: Probleme der Landwirte weltweit

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit mussten sich Landwirte 2016 zahlreichen Problemen stellen - von Dürre in Kenia über Billigimporte in Lateinamerika bis zu verseuchten Ackerflächen in China.

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  • Chinese spritzt Pesitizide
    China Mit weniger als sieben Prozent der weltweiten Anbaufläche muss China ein Fünftel der Weltbevölkerung versorgen. Doch ein Fünftel der Felder, eine Fläche etwa von der Größe Belgiens, ist laut Regierungsangaben mittlerweile so stark verseucht, dass dort nichts mehr angebaut werden kann. Jahrelanger einseitiger Massenanbau und zu viel Pestizid haben die Ackerflächen ausgelaugt. Durch Industriemüll und Abgase wurden die Böden zusätzlich mit Schadstoffen wie Kadmium, Nickel und Arsen vergiftet. Um die Qualität seiner Lebensmittel zu erhöhen, will China zunächst die Produktionsweisen ändern - was sich wohl viele Kleinbauern nicht leisten können.

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  • Rinderfarm in den USA
    USA In den USA leiden Bauern in diesem Jahr unter fallenden Rohstoffpreisen. Die Einkommen sollen laut Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr um rund 17 Prozent auf 66,9 Milliarden US-Dollar zurückgehen - der niedrigste Wert seit 2009. Besonders betroffen sind Erzeuger von tierischen Rohstoffen wie Milch, Fleisch und Eiern: Ihre Einnahmen sollen um rund 23 Milliarden US-Dollar sinken, mehr als 12 Prozent.

     

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  • Dürres Maisfeld in Kenia
    Kenia Nach den schwachen Regenfällen zum Jahresende leiden vor allem im Norden Kenias Weideflächen und Wasserstellen - und damit die Viehhirten. Die Welternährungsorganisation FAO sagt für Anfang 2017 erneut eine Dürre voraus. In anderen Teilen des Landes zerstören hingegen übermäßige Regenfälle mit Überflutungen und Erdrutschen ganze Ernten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bereits rund 1,3 Millionen der etwa 46 Millionen Kenianer von einer Lebensmittelknappheit bedroht.

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  • Agavenfeld in Mexiko
    Mexiko Mexikos Kleinbauern treibt die Sorge vor zunehmendem Freihandel um. Angesichts bestehender und geplanter Freihandelsabkommen fürchten sie einen ruinösen Preiskampf bei Agrarprodukten. Bereits mit dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta haben die mexikanischen Kleinproduzenten schlechte Erfahrungen gemacht, jetzt soll auch noch die Transpazifische Partnerschaft (TPP) kommen und die EU will künftig ihre Überproduktion in Lateinamerika losschlagen.

     

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  • Bauernhof in Kolumbien
    Kolumbien Ähnlich sieht es in Kolumbien aus. Hier gibt es sogar immer wieder heftige Proteste gegen Freihandelsabkommen. Die Bauern blockieren Landstraßen und liefern sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ein Grund: Die EU will beispielsweise Teile ihrer Milchüberproduktion in dem südamerikanischen Land verkaufen. Die Bauern haben Angst, im Preiskampf gegen die billigen Importe nicht mithalten zu können. Nach Angaben des Verbands der Viehzüchter leben in Kolumbien rund 400.000 Familien von der Milchwirtschaft.

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  • Getreideernte in Russland
    Russland Um die Preise stabil zu halten, kauft die russische Regierung Getreide auf. Zuvor hatte der Fachverband über sinkende Preise unter anderem durch Ausfuhrzölle geklagt. Anfang September setzte die Führung in Moskau aber die Abgabe für vorerst zwei Jahre aus. Der internationale Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist in Russland hingegen seit den EU-Sanktionen sowie einem russischen Importverbot für europäische Agrarprodukte im Zuge der Ukrainekrise deutlich eingeschränkt. Die heimischen Landwirte müssen zwar nicht mit Importen konkurrieren, allerdings ist das Sortiment in dem Riesenreich dadurch eingeschränkt.

     

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  • Sojanbau in Argentinien
    Argentinien In Argentinien ist die Landwirtschaft ein Motor des Exports: Sie lieferte 2015 etwas mehr als die Hälfte des Exporteinkommens. Allein die Ausfuhr von Soja und Soja-Produkten brachte knapp 18 Milliarden Dollar ein. Den Export treiben dort aber nicht kleine Bauern an, sondern Großbesitzer und High-Tech-Unternehmen.

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