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Milchwirtschaft

Dänemark: Milchpreissenkung von Aldi trifft auf Widerstand

AgE
am
24.05.2016

Auch in Dänemark regt sich Unmut über die aktuelle Preispolitik von Aldi bei Milcherzeugnissen.

Nachdem der Discounter für seine dänischen Filialen eine Preissenkung für Milch um knapp 7 ct auf jetzt umgerechnet 0,53 ct/l bekanntgegeben hatte, kam sowohl vom landwirtschaftlichen Berufsstand als auch von der Handelskonkurrenz deutliche Kritik.

Medienberichten zufolge warf beispielsweise die Kette Dansk Supermarked Group Aldi vor, den dänischen Markt mit billiger Importmilch zu destabilisieren. Der deutschstämmige Discounter räumte gegenüber dem Fachmagazin Landbrugs Avisen auch ein, die in Dänemark verkaufte Trinkmilch größtenteils aus Deutschland zu beziehen. Er verteidigte die Preissenkung aber mit dem Hinweis auf international gesunkene Rohstoffpreise, die man der Firmenpolitik entsprechend an die Kunden weitergebe.

Ungeachtet dessen kündigte die Dansk Supermarked Group, zu der unter anderem Netto und Føtex gehören, an, den Vorgaben von Aldi diesmal nicht folgen zu wollen. Man werde den Kunden in den eigenen Filialen dänische Milch zu unveränderten Preisen anbieten, erklärte der Konzern. Wer deutsche Ware bevorzuge, könne zu Aldi gehen. Diesem Standpunkt schloss sich zwischenzeitlich auch die Handelskette Coop an. Deren Sprecher Jens Juul Nielsen bezeichnete es als „grundsätzlich falsch“, ein Qualitätsprodukt wie Milch zum halben Preis einer Flasche Wasser zu verkaufen.

Der Direktor des dänischen Ökoverbandes, Paul Holm Beck, warnte vor dem Lostreten eines neuen Preiskriegs am Milchmarkt und rief die Verbraucher dazu auf, ihre Milch, egal ob konventionell oder Öko, bei anderen Anbietern zu kaufen. Eine Fortsetzung des Preiskampfs werde noch mehr Milchbauern aus der Produktion treiben und zu Lasten der Weidehaltung gehen.

Foto Startseite: mozZz (Fotolia.com)

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