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Milchwirtschaft

Milchmarkt: Bauernverband lehnt Liberalisierung ab

von , am
16.05.2014

Die vollständige Öffnung des Milchmarktes sei eine „Schnapsidee“, kritisiert der Schweizer Bauernverband (SBV). Die Bauern wären die großen Verlierer einer weiteren Liberalisierung.

SVP-Nationalrat Rudolf Joder will im Parlament einen Vorstoss einreichen. Die vollständige Liberalisierung des Milchmarktes führe zu einem enormen Importdruck, heißt es in einer Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands. Bei Lebensmitteln wie Rahm, Butter oder Trinkmilch, die rund 80 % der Milchprodukte ausmachen, könne man sich vom Ausland kaum abgrenzen. 

Der Käsemarkt, der seit 2007 vollständig liberalisiert ist, könne nicht mit demjenigen Markt für Rahm, Butter oder Trinkmilch verglichen werden. Denn beim Käse würde die Schweiz über starke Marken verfügen. Ein Abbau des Grenzschutzes würde zu einem massiven Preissturz und somit zu Einkommensausfällen bei den Milchproduzenten führen. Um die Verluste zu kompensieren, seien öffentliche Gelder in der Höhe von über 200 Mio. Franken nötig. Ob diese über eine längere Zeit gewährt würden, sei mehr als fraglich.
 
Big-M traut dem Bericht des Bundes nicht. In früheren Studien hätte man den Lauf der Dinge falsch eingeschätzt. Dass die Lebensmittel mit offenen Grenzen billiger würden, glaubt Big-M ebenfalls nicht. Beim Käsefreihandel, dem Cassis-de-Dijon-Prinzip und der Aufhebung der Milchkontingentierung sei dieses Argument bereits vorgebracht worden.
 
Gekommen sei es jedoch anders. An der Schweizer Milchwirtschaft würden viel zu viele Interessen hängen: Es gehe um die Nutzung der riesigen Grünflächen in der Schweiz, um die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln und um die Existenz von tausenden Bauernfamilien.
 
Auch der „Verein für eine produzierende Landwirtschaft“ (VPL) kritisiert den Bericht des Bundesrates scharf. Eine Öffnung der Grenzen würde zu einem enormen Importdruck führen, den die Schweizer Bauernfamilien nicht verkraften würden. SVP-Nationalrat und VPL-Präsident Rudolf Joder will in der kommenden Juni-Session eine parlamentarische Initiative gegen die weitere Liberalisierung einreichen. © Text: lid.ch / Foto: hans12 (Fotolia)
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