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Milchwirtschaft

So sieht die Ökobilanz des Lebensmittels Milch aus

von , am
06.02.2015

Der Verbrauch von Milchprodukten trägt mit etwa 3% Anteil zu den in Deutschland anfallenden Treibhausgasemissionen bei und ist zu 8,5% an der Anreicherung von Nährstoffen in Böden beteiligt.

Dies hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) in Zusammenarbeit mit dem Verband der Deutschen Milchwirtschaft e.V. (VDM) und dem Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) erörtert.
 
Gemeinsam untersuchten sie die Energiebilanz der Milchherstellung, sowie die konkreten Belastungen für die Umwelt. Dabei stellten sie fest, dass die größten Belastungen bei der Erzeugung von Milch auf die zunehmende Verlagerung der Futterherstellung vom Grünland auf den Acker zurückgehen. Demnach halbierte sich die pro Liter Milch genutzte Grünlandfläche von 1990 bis 2010 nahezu, während die dafür genutzte Ackerfläche im gleichen Zeitraum um ein Drittel angestiegen ist. Der Verlust an Grünland führe zu einer verringerten Artenvielfalt und höheren Nährstoffeinträgen.
 
Außerdem nahm die Menge an Importfuttermitteln in diesem Zeitraum um 120 % zu. In den vergangenen 2 Jahrzehnten gab es aber auch positive Entwicklungen. Dazu gehört die deutlich gestiegene Milchleistung pro Kuh. Durch die höhere Leistung reduzierten sich die Treibhausgasemissionen pro erzeugter Tonne Milch im untersuchten Zeitraum um ein Fünftel, nährstoffanreichernde Emissionen gingen sogar um fast 30 % zurück.
 
Ebenfalls positiv habe sich der Energieverbrauch der Molkereien währenddessen entwickelt. Der Energiebedarf je Tonne verarbeiteter Milch sei durchschnittlich um 16 % gesunken, und das Einsparungspotenzial sei hier noch nicht erreicht. © Vetion / Foto: ipope (Fotolia.com)
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