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Tiergesundheit

Kommission: Stopp von Paratuberkulose-Tests in Schweden

von , am
21.07.2014

Die Europäische Kommission hat Schweden mittels einer mit Gründen versehenen Stellungnahme offiziell aufgefordert, die Quarantänepflicht und Paratuberkulose-Tests bei Rindern abzuschaffen.

Die einheitlichen Veterinärbedingungen für den Handel mit Rindern der Richtlinie 64/432/EWG sehen keine tierseuchenrechtlichen Vorschriften für Paratuberkulose vor. Zudem halten die Pflichttests, die nach der Ankunft der Tiere durchgeführt werden müssen, schwedische Landwirte von der Einfuhr von Rindern aus anderen EU-Mitgliedstaaten ab und haben somit die gleiche Wirkung wie Mengenbeschränkungen. Daher können sie nicht mit Artikel 36 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) bezüglich Einfuhrbeschränkungen und -verboten gerechtfertigt werden.

Paratuberkulose ist eine ansteckende Infektionskrankheit des Dünndarms bei Rindern oder auch bei Schafen. Die Symptome treten – wenn überhaupt – erst nach langer Zeit auf. Da es keine zuverlässigen Tests zur Ermittlung infizierter Tiere gibt, hat die EU keine zusätzlichen Gesundheitsgarantien im Zusammenhang mit der Paratuberkulose erlassen. Teilt Schweden der Kommission nicht innerhalb von zwei Monaten nach dieser offiziellen Aufforderung den Stopp der Tests mit, kann die Kommission den Fall vor den Gerichtshof der Europäischen Union bringen. © Text: ADT Brüssel  / Foto: maximillion (Fotolia)
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