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Tiergesundheit

Lumpy Skin Disease breitet sich aus

ADR
am
14.07.2016

Die Rinderkrankheit Lumpy Skin Disease (LSD) bereitet sich über den Balkan in den Norden aus.

Die Krankheit ist eigentlich in Ost-, Süd- und Westafrika und Asien endemisch verbreitet. Seit 2012 breitet sich LSDV (Lumpy Skin Disease Virus) zunehmend im mittleren Osten aus. Der Eintrag in die Türkei in 2013 erfolgte vermutlich aus Syrien, wozu politische Instabilitäten beigetragen haben könnten, so die EFSA in einem Bericht vom Mai 2016. Der erste Nachweis in Europa erfolgte 2015 in Griechenland. In Europa breitet sich die Tierseuche vom Evros Delta in Griechenland nach Norden aus. Im April 2016 wurden erstmals infizierte Rinder in Bulgarien und Mazedonien registriert, im Juni in Serbien. Auch Albanien, das Kosovo, Georgien, Russland, Armenien und Aserbaidschan haben Fälle zu verzeichnen. In Griechenland, Bulgarien und Mazedonien wird gegen die Krankheit geimpft. Allerdings stehen ausschließlich Lebendimpfstoffe zur Verfügung, deren Sicherheit nach Angaben der EFSA verbessert werden sollte. Die EFSA warnt vor dem Risiko illegaler Transporte, die zur Ausbreitung beitragen könnten. Transporte aus betroffenen Drittländern in die EU sind bereits verboten.
Aufgrund verschiedener Szenarien hält es die EFSA derzeit für unwahrscheinlich, dass LSDV in der EU endemisch wird.

LSD wird durch ein Pockenvirus hervorgerufen, das direkt und indirekt und vor allem durch hämatophage Insekten wie Zecken übertragen werden kann. Neben Rindern und Büffeln sind Wildwiederkäuer wie Giraffen oder Impalas hochempfänglich. Nach einer Inkubationszeit von 1 bis 5 Wochen treten heftiges Fieber und Tränen-, Nasen- und Speichelfluss sowie die typischen Hautknoten und Geschwüre auf, in deren Schorf der Erreger bis zu 6 Monate persistieren kann. Bei hoher Morbidität ist die Mortalität gering. Es kann zu Leistungseinbußen, Unfruchtbarkeit, Gewichtsverlusten und Aborten kom-men. In Sperma experimentell infizierter Bullen konnte der Erreger nachgewiesen wer-den. Zoonotisches Potential besteht nicht.

Die Infektion ist diagnostisch zum Beispiel über ELISA, Virusneutralisationstest oder Western-Blot gut nachweisbar. Auch PCR-Methoden sind etabliert. In Deutschland ist die Krankheit anzeigepflichtig. Weitere Informationen und Einschätzungen unter: www.efsa.europa.eu.

 

Foto Startseite: Peter Hermes Furian (Fotolia.com)

 

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