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Gesextes Sperma am Braunviehbetrieb Knecht

Dieser Artikel ist zuerst in der Braunvieh erschienen.

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Josef Berchtold, Fleckvieh
am
27.08.2018

Stefan Knecht besamt die Hälfte seiner Herde mit gesextem Sperma, den Rest mit Mastbullen. Die Auswahl, welche Kühe und Rinder mit X-Braunviehsperma und welche mit Limousin besamt werden, ist entscheidend für die Entwicklung der Herde und sie ist nicht einfach.

"Das gesexte Sperma hat eingeschlagen wie eine Bombe", erklärt Stefan Knecht aus Feldbach im Kanton Zürich. Von 2000 bis 2005 arbeitete der Landwirt bei Swissgenetics als Besamungstechniker. Er versteht also 'sein Handwerk' und ist mit der Fruchtbarkeit auch beim gesexten Sperma, das in der Schweiz X-Sperma genannt wird, zufrieden. Durch den starken Einsatz des gesexten Spermas kann er auf der einen Seite aus den besten Kühen gezielt Kuhkälber produzieren. Auf der anderen Seite gibt es einen hohen Kälberpreis für die Mastkreuzungen der 'schlechteren Kühe'.

 

Welche Kühe werden mit X-Sperma besamt und welche mit 'Mast'?

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Und damit sind wir schon bei einer entscheidenden Frage: Welche Kühe und Rinder besame ich mit X-Braunviehsperma und welche mit Limousin? Diese Frage ist für die Entwicklung der Rasse entscheidend, immerhin werden in der Schweiz ein Drittel aller Kühe mit X-Braunviehsperma und über 40 Prozent mit Mastsperma besamt. Welche Kühe sind die 'Guten', mit denen weiter gezüchtet wird? Wohl gibt es in den meisten Ställen einzelne überragende und ein paar schlechte Kühe, bei denen die Entscheidung schnell feststeht. Was aber ist mit dem großen 'Mittelfeld'? Stefan Knecht erklärt: "Häufig werden die besten Exterieurkühe mit gesextem Sperma besamt. Schöne Kühe haben einen hohen Marktwert und das Exterieur hat einen hohen Stellenwert. Übrig bleiben die unauffälligen Kühe. Die besamt man mit Maststieren. Und manchmal frage ich mich, ob diese unauffälligen, meist mittelrahmigen und unkomplizierten Kühe dabei nicht zu kurz kommen."

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