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Tierhaltung

Managementfaktoren entscheiden über den Erfolg der Milchkuhherde

von , am
17.04.2014

Die Tiergesundheit und der betriebliche Erfolg in schleswig-holsteinischen Milchkuhbetrieben werden wesentlich durch Managementfaktoren beeinflusst.

Das ist das zentrale Ergebnis einer durch Tierärzte und die Tierärztekammer angeregten Studie zur Rindergesundheit, die die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, das Landwirtschaftsministerium und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) auf rund 100 Milchkuhbetrieben im nördlichsten Bundesland in Form einer Fall-Kontroll-Studie durgeführt haben.
Wie das Kieler Agrarressort weiter mitteilte, ermöglichen die Ergebnisse eine erste Einschätzung, welche Entwicklungspotentiale durch gezielte Maßnahmen des betrieblichen Managements unter den gegebenen regionalen Bedingungen realistisch sind; das erleichtert die Benennung und Umsetzung der einzelbetrieblich vorrangigen Schritte.

So wurde den Angaben des Landwirtschaftsministeriums zufolge zunächst anhand zuvor festgelegter Kriterien eine Gruppenzuordnung vorgenommen: Betriebe mit unterdurchschnittlicher Zellzahl - gewertet als überdurchschnittliche Eutergesundheit -, unterdurchschnittlicher Abgangsrate bei den Kühen und überdurchschnittlicher Lebens-leistung der Abgangskühe wurden mit solchen Höfen verglichen, bei denen die Zellzahl und die Abgangsrate bei Kühen deutlich über dem Landesdurchschnitt lagen und die Lebensleistung der abgegangenen Kühe unterdurchschnittlich waren.

In den Studiengruppen hätten in etwa gleichem Verhältnis Kühe der Rassen Schwarzbunt, Rotbunt Doppelnutzung und Rotbunt Red Holstein gestanden. Bei der Auswertung der Milchleistungs- und Fruchtbarkeitsdaten sei festgestellt worden, dass sich diese Betriebsgruppen auch über mehrere Jahre betrachtet deutlich voneinander unterscheiden, berichtete das Agrarressort. Die stärker mit Problemen behaftete Gruppe habe eine im Schnitt 20 % geringere Milchleistung je Kuh und Jahr aufgewiesen.

Die für 12 Monate rückblickende Betrachtung habe für diese Gruppe eine deutlich höhere Erkrankungsrate ergeben. Dabei seien je nach Krankheitsbild unterschiedlich starke Einflüsse aufgetreten: So seien bei Kühen in diesen Betrieben z.B.  im Mittel fünfmal häufiger Bewegungsstörungen aufgetreten als in der Betriebsgruppe, die weniger unter Problemen gelitten habe.

Die Auswertung habe deutliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen dem be-trieblichen Management und der Zuordnung zu den beiden Betriebsgruppen ergeben. Bei bestimmten Haltungsbedingungen habe sich die Wahrscheinlichkeit vervielfacht, dass die Herde größere gesundheitliche Probleme bereite. © Text: AgE / Foto: Maucher
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