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Tierzucht

Braunvieh-Vision startet

Josef Berchtold, Fleckvieh
am
16.11.2017

Jetzt kann's losgehen: Am 13. Oktober 2017 wurden von der Rentenbank die Fördergelder für Braunvieh-Vision genehmigt. Bis 2021 werden 37.000 weibliche Braunviehtiere in Deutschland genotypisiert.

Logo Braunvieh Vision

Die Ziele sind vielfältig:

  • Zucht auf Gesundheit und Robustheit durch die Erfassung von neuen Gesundheitsmerkmalen, für die man dann auch Zuchtwerte berechnen möchte. Das sind zum Beispiel Milchfieber, Mastitis, Zysten oder verschiedene Klauenkrankheiten (Mortellaro) bei den Kühen oder Durchfall und Grippe bei den Kälbern;
  • Zucht auf wichtige Merkmale im Handling, etwa das Melkverhalten der Kühe oder das Saugverhalten der Kälber;
  • die 'Marke Braunvieh' als gehaltsstarke Fitnessrasse stärken;
  • Erhöhung der Sicherheit der genomischen Zuchtwertschätzung;
  • auffinden potenzieller Bullenmütter.

Auch für die teilnehmenden Betriebe soll sich Braunvieh-Vision lohnen. Sie erhalten die genomischen Zuchtwerte der typisierten Tiere, eine kostenlose Anpaarungsberatung und zahlreiche Auswertungen über den Gesundheitszustand ihrer Herde über ProGesund (Bayern) bzw. GMON (RBW).

Auch interessante Zusatzmerkmale wie Beta- und Kappa-Kasein sowie der Erbfehler- und  Hornstatus werden erfasst. Dafür verpflichten sich die Betriebe an ProGesund teilzunehmen und einen Mindestanteil heimischer Jungvererber (GJV) einzusetzen. So sollte künftig die Hälfte der Erstmelkkühe im Betrieb von aktuellen, "relevanten GJV" der Stationen Alpengenetik, Greifenberg, RBW, Genostar oder RZO oder von weiteren GJV, die im Rahmen des Zuchtprogrammes eingesetzt werden, abstammen. Die Betriebe sollten mindestens 30 Braunviehkühe haben und höchstens 15 Prozent Deckbullen einsetzen.

Bis zum Erreichen der 25.000 vom Bundesministerium geförderten Genotypen sind alle Typisierungen für die Betriebe kostenlos, vom jüngsten Kuhkalb bis zur Jungkuh mit 200 Laktationstagen und unabhängig von der Abstammung. Anschließend werden alle Kuhklälber der "relevanten Jungvererber" im Rahmen von Braunvieh-Vision untersucht, hier gibt es eine Kostenteilung von Zucht/KB/Betrieb mit einem Anteil von netto 20 € pro Betrieb.

Wer sich für die Teilnahme interessiert, wendet sich an seinen Zuchtverband AHG, RBW oder ZV Weilheim.

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