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Tierzucht

DNA-Untersuchungen erbringen neue Erkenntnisse zur Domestizierung des Hausrindes

von , am
09.09.2014

Wissenschaftler der Universität Basel haben anhand genetischer Untersuchungen nachweisen können, dass auch der Europäische Auerochse Einfluss auf die Domestizierung des Rindes hatte.

Vor 10.000 Jahren begann die Domestizierung des Auerochsen im Nahen Osten. Mit der Ausbreitung des Bauerntums nach Europa breitete sich auch die domestizierte Form des Auerochsen nach Europa aus. Dies lässt sich heute noch an einer bestimmten genetischen Signatur belegen.
 
Bisher ging man davon aus, dass die Einkreuzung europäischer Auerochsen keinen bleibenden Einfluss hatte. Da diese eine andere genetische Signatur dieses Gensegmentes aufwiesen.
 
Neuere Funde aus der Schweiz widerlegen diese These nun. Denn bei einem Tierknochen aus dem Neolithikum, der in einer Seeufersiedlung in der Schweiz gefunden wurde, zeigte sich die genetische Signatur des europäischen Auerochsen. Dies wird als Beweis gesehen, dass sich die heimischen europäischen Auerochsen auch mit den eingeführten nahöstlichen Hausrindern vermischt haben.
 
Ob es sich bei dem jetzigen Fund, bei dem davon ausgegangen wird, dass ein weibliches heimisches Tier mit einem eingeführten männlichen Hausrind gekreuzt wurde, um einen Zufall oder eine gezielte Anpaarung handelte, ist allerdings noch unklar.
 
Der gefundene Knochen stammte von einem sehr kleinen Tier. Die Baseler Forscher leiten daraus ab, dass die frühen Bauern (ca. 3.400 bis 2.750 v. Chr.) gezielt versucht haben, eine kleine Rasse zu züchten, die sich als Arbeitstier eignete. © Text: Vetion / Foto: Bernd S. (Fotolia)
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