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Tierzucht

EU-Tierzuchtregelung: Anpassungen gefordert

von , am
27.06.2014

Die von Brüssel geplante Zusammenführung der Regelungen des EU-Tierzuchtrechts reicht laut Einschätzung des Bundesrates allein nicht aus, sondern muss durch „weitere Anpassungen an aktuelle Entwicklungen und eine weitgehende Angleichung der tier-artspezifischen Regelungen“ ergänzt werden.

Das Ländergremium forderte in seiner Sitzung, die Bundesregierung solle bei den Beratungen zum Beispiel darauf hinwirken, dass die Durchführung der Leistungsprüfungen und der Zuchtwertschätzung weiterhin den zuständigen Behörden gestattet sei. Es dürfe nicht sein, dass künftig ausschließlich anerkannte Züchtervereinigungen dazu ermächtigt seien.

Handlungsbedarf sieht der Bundesrat außerdem hinsichtlich der Förderung der Zuchttiererzeugung. Es müsse sichergestellt werden, dass die geforderte finanzielle Unabhängigkeit der Züchtervereinigungen eine öffentliche Förderung nicht ausschließe.

Deutliche Kritik übten die Länder an den EU-Vorschlägen zu den Kontrollen im Tierzuchtbereich. „Vorgelagerte“ systematische Kommissionskontrollen, die es auch bisher nicht gegeben habe, müssten aus dem Vorschlag gestrichen werden. Auch die amtlichen Kontrollen der zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten seien in dem vorgesehenen Umfang nicht erforderlich und darüber hinaus nicht zu rechtfertigen. Für die Tierzuchtverwaltungen der Länder ergäbe sich nämlich ein erheblicher finanzieller und personeller Mehrbedarf. Ferner sei die geplante Intensität der Kontrollen nicht nötig, weil Verstöße im Tierzuchtbetrieb keine Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben könnten. © Text: AgE / Foto: Hoppe (Fotolia)
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