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Tierzucht

Exporte von Rindergenetik stabil, aber angespannt

von , am
07.11.2014

Im Gesamtjahr 2013 wurden aus Deutschland 70.492 Zuchtrinder in insgesamt 43 Län-der exportiert. Dies geht aus den aktuell im Oktober vom Statistischen Bundesamt, Wiesbaden, veröffentlichten Exportzahlen hervor.

Durch marginale Unterschiede in den erhobenen Zeiträumen weichen die von der ADR ausgewerteten Exportzahlen bei Zuchtrindern und Rindersamen geringfügig von denen des Statistischen Bundesamtes ab. Der Exportwert der Zuchtrinderausfuhren in 2013 betrug 119,5 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr 2012 stieg somit die Anzahl der ausgeführten Tiere mit 1.101 Rindern leicht an. Der Exportwert sank zeitgleich um 2,9 Mio. €.  
Der stärkste Abnehmer deutscher Zuchtrinder war im Jahr 2013 Algerien mit 12.244 Tieren. Im Jahr 2014 setzte Algerien aufgrund eines Ausbruchs von MKS die Importe aus. Daher ist in diesem Jahr mit rückläufigen Exportzahlen zu rechnen. An 2. Stelle der Empfängerländer folgten im Jahr 2013 die Niederlande mit 6166 Tieren. Die drittgrößte Position ging nach Polen mit 5680 Tieren.

Die deutschen Rindersamenexporte erreichten im Jahr 2013 eine Menge von 4.966.984 Portionen im Wert von 16,4 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr 2012 entspricht dies einem Zuwachs in Höhe von 22 % in der Menge und 15 % im Wert.

Beim Export von Rindersamen führt weiterhin die Türkei die Liste der Empfängerländer an. Mit 1.519.106 Portionen importierte die Türkei mehr als 30 % der aus Deutschland ausgeführten Rindersamen. An 2. Position folgt Österreich mit 591.138 Portionen. China als ebenfalls traditionell starker Abnehmer liegt an 3. Position mit 448.403 Portionen Rindersamen.

In den Hauptabnehmerländern für Rindersamen China und Russland bestehen weiterhin Handelshemmnisse aufgrund des Schmallenberg-Virus (SBV). Die Türkei möchte den Inlandsmarkt stärken und hat tierzüchterische Anforderungen über das verhandelte Veterinärzertifikat hinaus gestellt, sodass der Import von Rindersamen aus Deutschland erschwert ist. Für weitere interessante Märkte fehlen zudem Veterinärzertifikate.

Für den Export von Zuchtrindern stehen ebenfalls noch Vereinfachungen im Veterinär-bereich aus, so dass wichtige Märkte zurzeit für die deutschen Unternehmen nicht zu-gänglich sind. Die Situation ist zudem angespannt, weil in wichtige Abnehmerländer nur SBV serologisch-negative Zuchtrinder geliefert werden dürfen. © ADR / Foto: Monkey Business (Fotolia)
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