Login
Zuchtwerte Deutschland/Österreich

Große Änderungen in den Auswertungen

Josef Berchtold, Fleckvieh
am
06.04.2016

Erhebliche Verschiebungen in der Reihenfolge der Bullen brachte die April-Zuchtwertschätzung in Deutschland und Österreich mit sich.

So kam der neu beschlossene Gesamtzuchtwert zum Tragen, neue Korrelationen wurden verwendet und erstmals wurde der Vitalitätszuchtwert mit Aufzuchtverlusten miteinberechnet. Größere Veränderungen für junge Bullen gibt es durch eine geringere Streuung der Tiere mit niedriger Sicherheit, sprich für Kühe und genomische Stiere. Die Top-Genomik-Stiere mit ursprünglich GZW 140 verlieren im Schnitt etwa 6 Punkte, während die töchtergeprüften Stiere im Durchschnitt stabil blieben. Dadurch gewinnen die töchtergeprüften Stiere wieder an Bedeutung. Während im Dezember 2014 auf den Plätzen 1 bis 11 nur genomische Stiere standen, finden sich jetzt unter den Top-5-Bullen jetzt wieder 4 töchtergeprüfte. Unter den Top-100 waren im Dezember nur 5 nachkommengeprüfte Stiere, jetzt sind es wieder 18.

Angeführt wird die Topliste nach GZW von 2 Alpengenetik-Stieren. Der töchtergeprüfte Vanpari liegt mit GZW 139 um 1 Punkt vor den genomischen AG Veteran (Verdi x Etpat). Viele genomische Stiere verloren stärker, etwa Dario (–7 auf GZW 133), Jeroen (–7 auf GZW 117) oder Auranto (–5 auf GZW 133). Mit am stärksten erwischte es Jucator (–11 auf 125), der nicht nur von der Stauchung der Zuchtwerte bei den genomischen Stieren, sondern auch vom starken Rückgang seines Vaters Jukebox (–13 auf GZW 116) erwischt wurde.

Zurück zur Spitze: Für Vanpari (MW 129, Fitness (FIT) 115 und Exterieur 116) bedeuten die GZW 139 einen Anstieg um um 5 GZW-Punkte im Vergleich zum Dezember. Überhaupt gewinnt das Vasir-Blut in der aktuellen Auswertung sehr stark, Vasir selbst steigerte sich um 9 Punkte auf GZW 126 und findet sich interessanterweise jetzt sogar in der Fruchtbarkeit mit 102 im positiven Bereich, anders als in den vergangenen Jahren und die Erfahrungen vieler Praktiker. Vielleicht liegt das daran, dass die Vasir-Rinder mit Fruchtbarkeitsstörungen längst aus den Ställen verschwunden sind und die Kühe, die jetzt noch in den Betrieben stehen, eine deutlich bessere Fruchtbarkeit aufweisen. Dann die drei töchtergeprüften Stiere Vassli, Harley und Husold auf jeweils GZW 136. Auch Vassli (MW 129/FIT 115/EXT 116) stieg um 5 GZW-Punkte, Harley (MW 130/FIT 107/EXT 109) blieb im GZW unverändert und Husold (MW  128/FIT 119/EXT 113) ging 1 Punkt zurück.

Einige Stiere haben eine erste töchtergeprüfte Auswertung, etwa Hansl, der deutlich auf GZW 113 verlor oder Eastrog, der neu bei GZW 124 ist. Mehrere US-Stiere mit ersten Töchtern in Milch, sind in der D/A-Liste noch nicht als töchtergeprüft deklariert, etwa Vigor Bush (GZW 125/ EXT 124), Bosephus (GZW 120/ EXT 125), Jackson (GZW 118/ EXT 108) oder Cadence (GZW 124/EXT 117). Der TD-Sohn Carter hingegen ist töchtergeprüft, er stieg um 10 GZW-Punkte auf GZW 120 und hat neu 130 Exterieur, das sind ebenfalls 10 Punkte mehr als im Dezember. Sein Schwachpunkt ist die Melkbarkeit mit 77.

Mehr zu den Zuchtwerten aus Deutschland und Österreich in unserer nächsten Ausgabe von Rinderzucht Braunvieh, die am 29. April erscheint!

Auch interessant