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Deutsche Braunviehschau 2014

Braunvieh Europa

von , am
20.10.2015

Alle 2 Jahre treffen sich die europäischen Braunviehzüchter zum Kongress. Als Tagungsort hatten sich die Verantwortlichen die bigBOX in Kempten im Allgäu ausgesucht. Insgesamt 240 Züchter aus 40 Ländern konnte Christoph Nieberle, Präsident der Braunvieh-Europavereinigung, begrüßen.

Die Referenten (v.l.) Ök.-Rat Anton Wagner, Erich Lerf, Dr. Dieter Krogmeier, Dr. Franz Birkenmaier. Durch das Programm führte Dr. Alfred Weidele. © Berchtold
Der AHG-Zuchtleiter Dr. Franz Birkenmaier eröffnete die Vortragsreihe mit einem Überblick der Brown-Swiss-Tiere in Europa. »29.000 Betriebe, 545.000 Herdbuchkühe, davon 515.000 unter Milchleistungsprüfung und 16.000, die dem Originalen Braunvieh angehören«, fasste Birkenmaier die aktuelle Bestandssituation in den 10 Mitgliedsländern der Europavereinigung, Bulgarien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich, Rumänien, Schweiz, Slowenien und Spanien, zusammen. »Braunvieh gilt in Europa als Eiweiß-, Fitness- und Lebensleistungsrasse«, stellt Birkenmaier klar und belegt dies anhand von Leistungsentwicklungen.
 
Die Vorteile der Braunviehkuh hat auch Erich Lerf erkannt. Der Biobauer hält 90 Brown-Swiss-Kühe und vermarktet Rohmilch  und Joghurt direkt ab Hof sowie über das Feneberg-Markenprogramm ›Von Hier‹. »Eutergesunde Kühe sind bei der Rohmilchvermarktung absolut wichtig«, schildert Lerf einen Vorteil des Braunviehs.
 
Für den Erhalt der Kulturlandschaft und damit des Tourismus in den Bergregionen ist die Alpung unverzichtbar. Auch für die tausenden Rinder selbst zahlt sich der Sommer in den Bergen aus. Dr. Dieter Krogmeier von der LfL Bayern stellte hierzu Ergebnisse vor, die belegen, dass sich die Alpung von Rindern positiv auf ihre spätere Gesundheit und Leistungsbereitschaft als Milchkuh auswirkt.
 
Gute Vermarktungsergebnisse erzielt auch der Betrieb von Ökonomierat Anton Wagner aus Österreich. Der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) stellte seinen Heimatbetrieb vor, den er gemeinsam mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn bewirtschaftet. 92 Kühe stehen in Wagners Herde, die sich durch langlebige Kühe auszeichnet und aus der schon mehrfach positive Vererber hervorgingen.
 
Bullen spielen auf dem Betrieb Wagner eine große Rolle. 2012 wurde in ein separates Stallgebäude mit 120 Mastplätzen investiert, in dem ausschließlich eigene und zugekaufte Braunviehbullen gemästet werden. Der Betriebszweig wird vom Schwiegersohn rein gewerblich geführt, sodass die Investitionssumme von 450.000 Euro ohne Zuschüsse selbst aufgebracht werden musste.
 
Ausführlich vom Kongress in Kempten lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe von Rinderzucht BRAUNVIEH! © Maucher
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