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Rückblick

Auf Hurays Spuren

Dieser Artikel ist zuerst in der Braunvieh erschienen.

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Christine Endres, Fleckvieh
am
18.01.2018

Braunvieh-Stier Huray verstarb am 13. Januar 2018. Für Ausgabe 3/2015 besuchte die Redaktion dessen Heimatbetrieb von Züchterfamilie Brader in Memmingen. In deren Stall ist eine interessante Kuhfamilie zu finden, zu der auch der Hussli-Sohn gehörte. Nachfolgend unser damaliger Bericht.

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Er ist mittlerweile zwölf Jahre alt, hat insgesamt 300.000 Samendosen produziert und hat weltweit über 19.600 Töchter in Milch. Den wohl bedeutendste Braunviehstier des letzten Jahrzehnts hat Familie Brader aus Dickreishausen bei Memmingen gezüchtet, den Bullen Huray. Huray ging aus der L-Linie von Christine und Werner Brader hervor, die heute gut vier Prozent der 120-köpfigen Herde ausmacht.

Stammkuh Lore wurde 1977 geboren, vier Generationen später stand Laura im Stall. Die Siray-Tochter Laura ist die Mutter von Huray. Sie hat insgesamt fünfmal gekalbt und brachte unter anderem die Etpat-Tochter Lauris (GZW 124, MW 111) hervor. Lauris ist die Mutter von Vasir-Sohn Vanpari. Außerdem sind von ihr aktuell vier Töchter in Braders Herde zu finden:

  • Laurisa (V: Present)
  • Laurisi (V: Huxoy)
  • Laurika (V: Jublend)
  • Laurizia (V: Huxoy)

Von diesen vier Lauris-Töchtern werden derzeit vielversprechende weibliche Nachkommen am Betrieb aufgezogen (Stammbaum in BRAUNVIEH 3/2015, S. 13). Laurisa (GZW 126, MW 116) ist außerdem die Mutter von Volo-Sohn Visa. Im Februar brachte sie ihr viertes Kalb, einen Vivid-Sohn, der an die Alpengenetik ging.

Aus der Proto-Tochter Lorri, Hurays Tante, stammen die Stiere Jochberg (V: Jubev) und Europa (V: Emerup). Sie hat insgesamt siebenmal gekalbt und musste die Herde erst vor kurzem verlassen.

Eine weitere Tante von Huray ist die Ossido-Tochter Lorena. Sie wurde mit Huray angepaart, ihre Tochter Lora ist somit liniengezüchtet. Lora brachte unter anderem die Vasir-Tochter Luna hervor, die noch in der Herde der Braders zu finden ist.

Ebenfalls vom Betrieb Brader, aber aus einer anderen Kuhfamilie, kommt der derzeit beste Verdi-Sohn mit einem Gesamtzuchtwert (GZW) von 143. Er wurde im Juni 2014 geboren, seine Mutter ist die Jubev-Tochter Emilisi. "Seine Mutter ist eine Durchschnittskuh, aber seine Großmutter ist gigantisch", erzählt Werner Brader stolz.

Die Mutterleistung muss stimmen

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Bei der Bullenauswahl achten Braders besonders auf die Milchmenge und deren Inhaltsstoffe, sowie auf Melkbarkeit und verschiedene Fitnessmerkmale. Zur Unterstützung verwenden sie das Anpaarungsprogramm OptiBull vom LKV. In die genomischen Jungvererber haben sie dabei viel Vertrauen, sie machen rund 60 bis 70 Prozent der Besamungen aus.

Werner Brader ist jedoch überzeugt, dass der Bulle nicht ausschlaggebend ist für gute Nachkommen. "Wenn eine gute Mutterleistung dahinter steht, geht fast nie etwas schief", ist sich der Züchter sicher und berichtet: "Wir haben in der Herde auch Spitzenkühe aus Vätern, die in der Breite nicht überzeugen."

Rund 10 bis 15 Kalbinnen aus Braders Zucht gehen jedes Jahr in den Export.  Von den männlichen Nachkommen wechseln jährlich drei bis vier in die Aufzucht.

Für Werner Brader muss auch der Schlachterlös stimmen, er steht für den Züchter über der Nutzungsdauer. "Ich melke eine Kuh lieber eine Laktation weniger, damit sie beim Schlachten noch einen möglichst hohen Erlös erzielt", erklärt der Betriebsleiter.

Gummibeläge in den Laufgängen

Durchschnittlich geben Braders Kühe, die seit drei Jahren von zwei automatischen Melksystemen gemolken werden, in ihrem Leben rund 25.500 kg Milch. Die Umstellung verlief reibungslos, es gab weder Verluste in der Milchmenge, noch mussten Kühe deshalb die Herde verlassen. "Die Umstellung ist gigantisch gelaufen. Am zweiten Tag sind schon fast alle Kühe alleine zum Melken gegangen", erinnert sich Werner Brader.

Die Kühe im Stall der Braders laufen gut und gerne. Dass das an dem Gummibelag auf Laufgängen liegt, ist sich die Familie sicher: "Die Kühe laufen auf dem Gummiboden sicherer und machen größere Schritte." Auch eine bessere Klauengesundheit können sie dadurch beobachten, Sohlengeschwühre haben sich seitdem auf ein Minimum reduziert.

Den Gummibelag haben Braders schon seit zwölf Jahren im Stall. Damals haben sie die Herde von 50 Kühen auf 120 aufgestockt. Im alten Stall wurde der Gummiboden auf die vorhandenen Spalten gelegt, im Anbau auf planbefestigten Boden. Im ganzen Stall kommt ein Schieber zum Einsatz. "Tiefboxen und Spalten ohne Schieber, das funktioniert nicht", ist sich der Betriebsleiter sicher.

Grundstein für gesunde Kälber

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Investiert haben Braders in den letzten Jahren auch im Kälberbereich. Vor drei Jahren haben sie eine Halle für die Einzeliglus gebaut. "Die Kälber sind jetzt besser vor Wind und Wetter geschützt und wir brauchen weniger Stroh", berichtet Christine Brader.

Versorgt werden die Jüngsten mit einem Milchtaxi. Sie bekommen eine Mischung aus Vollmilch und Milchaustauscher zur freien Aufnahme angeboten. "Damit erreichen wir bei unseren Kälbern die besten Zunahmen", sind sich Braders sicher. Der Grundstein für gesunde und leistungsfähige Tiere ist somit gelegt.

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