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AHG-Tierschau: Der Sieger kommt aus Dornbirn

Dieser Artikel ist zuerst in der Braunvieh erschienen.

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Josef Berchtold, Fleckvieh
am
27.12.2018

Markus Klocker aus Vorarlberg züchtete die AHG-Siegerkuh Mattli vom Betrieb Sichler.

Auf seine Brüder kann Markus Klocker zählen. Wenn der Braunviehzüchter aus Dornbirn bei Georg oder Johannes Klocker anruft, sind die beiden zur Stelle, helfen im Stall oder bei der Ernte. Auch wenn es baulich was tun gibt, ist auf den Maurer und den Schlosser Verlass. Von ihrem Vater Norbert Klocker haben die drei Brüder das Interesse für die Viehzucht geerbt. Georg Klocker ist mit Vorliebe beim Melken dabei und Johannes Klocker besitzt gemeinsam mit seinem Sohn Lukas selber zehn Rinder, die er im Stall an der früheren Hofstelle aufgestallt hat.

Dabei hätte der selbstständige Schlosser bei 30 Angestellten genug zu tun. "Ich brauche die Viehzucht schon deshalb, damit ich den Kopf wieder frei bekomme", sagt Johannes. Viehzucht ist seine Leidenschaft, wie bei seinen Brüdern und wie es auch beim Vater und Großvater schon war. Auch er hat das Züchter-Gen bereits wieder weitergegeben, sein Sohn Lukas ist gelernter Schlosser, interessiert sich aber auch sehr für die Landwirtschaft und ist im Vorstand der Vorarlberger Jungzüchter.

 

Klocker fallen auf

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Beim Blick auf Klockers Anwesen fällt die Form des Stalles mit dem Shettdach ins Auge. Das Gebäude ist nicht so hoch und passt sich schön an die Landschaft an. Durch den geringeren Luftraum ist die Lüftung eine Herausforderung, hier arbeitet Klocker teilweise mit Lüftern. Bevor Klockers ihren Laufstall vor 13 Jahren bauten, hatten sie 25 Kühe im Anbindestall. Heute sind es 60 plus 80 Stück Nachzucht, alles Braunvieh.

Aber auch auf den Auktionen in Dornbirn fallen Klockers immer wieder mit guten Verkaufstieren auf. Bei den November- und Dezember-Auktionen verkaufte Klocker zu Höchstpreisen. So auch im September 2017: Das rahmige Alasko-Rind stammte aus seiner Joel-Tochter Angela, die über Etvei auf eine Deckbullentochter mit über 100.000 kg Milch zurückgeht. Gekauft wurde sie für 2000 Euro von Moritz Hierl aus Rettenberg im bayerischen Allgäu, der die Auktion gemeinsam mit der Züchterin Ines Sichler besuchte. Erst bei der Heimfahrt 'kartelten' Hierl und Sichler aus, ob die schöne Alasko-Tochter zum Betrieb Hierl oder zu Martin und Ines Sichler kommt. Sie kam zu Sichlers nach Blaichach, wurde auf den Namen Mattli getauft und entwickelte sich prächtig.

"Dieser Erfolg freut uns natürlich sehr", sagt Markus Klocker, und er zeigt augenzwinkernd auf eine rahmige Kalbin im Rinderstall. "Das ist die Schwester von Mattli, und ich finde sie sieht noch besser aus", sagt er über die Joker-Tochter, die er nach dem großen Erfolg ihrer Schwester bereits gut hätte verkaufen können.

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Die bekannteste Kuh von Markus Klocker ist die Joel-Tochter Mara, die derzeit trockensteht und bald zum fünften Mal kalbt. Bereits zum vierten Mal in Folge gewann sie 2018 die Dornbirner Herbstschau, an der Markus Klocker mit 52 Tieren, davon 35 Kühen, teilnahm. Im November 2017 holte Mara den Championtitel der alten Kühe bei der Landesschau, dem Championat. Ihr Assay-Sohn scheiterte mit GZW 117 knapp am Besamungseinsatz und war als Deckstier auf der Alpe Gamperdona im Nenzinger Himmel im Einsatz.

"Ich finde es schade, dass Stiere aus starken Kuhfamilien manchmal wegen ein paar Punkten nicht in den Besamungseinsatz gehen", sagt Klocker. Die genomischen ZW haben eine Sicherheit von nur 60 % und er selbst vertraut genomischen Stieren mit 117 GZW oder MW aus starken Linien mehr als genomischen Stieren mit 125 GZW, deren Vorfahren in der Absolutleistung oder im Exterieur nicht überragend sind.

Beim Stiereinsatz ist Klocker breit aufgestellt. Die wohl besten Kühe stehen derzeit von Payssli im Stall. Zufrieden war er mit den Joel-Töchtern, ebenso mit den Töchtern von Blooming und Voice. Schöne Rinder hat er von Biver, Seasidebloom, Assay, Bender und Cadi im Stall. "Unser Jungvieh ist im Sommer auf der Alpe", sagt Klocker, "das ist sehr gut für die Fundamente und die Kondition." Im Winter wird das gesamte Jungvieh auf Stroh gehalten, teils in Liegeboxen, teils in Buchten. "Das ist besser für die Gelenke als Gummimatten", sagt Klocker. Und es schafft die Voraussetzung dafür, dass auch künftig gutes Zuchtvieh verkauft werden kann. Und wer weiß, vielleicht schafft ja wieder einmal eine angehende Siegerkuh den Weg über die Grenze.

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Die vollständige Reportage über den Betrieb Markus Klocker gibt es in Heft 1/2019 auf S. 14/15.

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