Milchwirtschaft Milch aus Anbindehaltung nicht benachteiligen

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Die Fraktion der Freien Wähler im bayerischen Landtag hat sich klar gegen eine Diffe-renzierung der Milch nach Haltungsbedingungen durch den Lebensmitteleinzelhandel ausgesprochen.

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Eine Ungleichbehandlung der Milch aus Anbindehaltung sei nicht tragbar und gefährde die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe, warnte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Leopold Herz, Mitte Februar in München. Hintergrund ist, dass viele Handelsketten auf ein rasches Ende der Anbindehaltung drängen und beispielsweise die Einzelhandelskette Real laut ihrer aktuellen Einkaufsleitlinie künftig nur noch Milch akzeptieren will, die nicht von solchen Höfen stammt.

Eine getrennte Erfassung der Milch aus Anbindehaltung, wie es vom Lebensmitteleinzelhandel vorgeschlagen werde, sei nicht zu realisieren, betonte Herz. „Die entstehenden Kosten werden dann mit großer Sicherheit auf die Halter umgelegt. Das wäre ein schwerer Schlag für die kleinen, familiengeführten Betriebe und führt zu einer Zweiklassengesellschaft in der Milchwirtschaft“, kritisierte der Agrarsprecher.

Der Strukturwandel weg von der bäuerlichen Landwirtschaft müsse verhindert und nicht noch künstlich befeuert werden, so Herz. Nach seinen Angaben ist die Anbindehaltung in Bayern noch relativ weit verbreitet. Sie werde weiterhin von etwa der Hälfte der Milchviehbetriebe praktiziert, und rund ein Drittel der Kühe stehe in diesem System, vor allem in kleinen Betrieben mit durchschnittlich nur 27 Kühen.