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Tierschau in Deutschland

Glarus Valentina ist AHG-Champion

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Josef Berchtold, Fleckvieh
am
09.11.2018

Die Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG) wird heuer 125 Jahre alt und lud am 3. und 4. November zur großen Jubiläumsschau ein. Preisrichter Olivier Bulot wählte die Zweitkalbskuh Valentina von Familie Babel, Wald, zum Gesamtchampion sowie zur Siegerin und Eutersiegerin der mittleren Klassen. Damit drehte es sich in der Schwabenhalle Buchloe wiederholt um den Braunviehstier Glarus, Valentinas Vater. Babel war mit vier weiteren Kühen vertreten, die alle aus der Vinozak-Diva-, also der Glarus-Familie stammen und Greifenberg zeigte eine Nachzuchtgruppe von Glarus.

Starke alte Kühe

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Bei den alten Kühen ging der Sieg an die Jolden-Tochter Party von der Guggemos GbR aus Rückholz-Höhen. Die typstarke Kuh aus einer Schweizer Kuhfamilie hatte es im Finale alt besonders mit den Kühen der Stockingen GbR aus Halblech zu tun.

Mit Etwald Warana, Eagle Leonie und deren Tochter Neru Lonie hatte die Stockingen Dairy drei der vier Siegerkühe zwischen 5 und 8 Abkalbungen. Fünftkalbskuh Neru Lonie holte auch den Eutersieg bei den alten Kühen und wurde Gesamt-Euterchampion der Schau. Bei den sieben 100.000-kg-Kühen gewann Xaver Kraus mit Jupaz-Tochter Jimmy.

Auch eine Gruppe Original-Braunvieh (Siegerin Asterix Daxi von Andreas Blank) und drei Holsteins wurden gezeigt. 

Erstmelksiegerin von Alasko

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Bereits am Samstagabend waren die Erstmelkkühe im Ring. 4 der 6 Klassensiege gingen in den Landkreis Oberallgäu.

Gleich zweimal jubelten Ines und Martin Sichler aus Baichach, sie holten mit der in Vorarlberg gezüchteten Alasko-Tochter Mattli (MV: Joel) den Gesamtsieg und den Eutersieg dieser jungen Kühe. Ihre wohl größte Kontrahentin war die Blooming-Tochter Face von Hubert Denz aus Oberstaufen.

Denz dominiert Rinderschau

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Bei den Jungzüchtern im Wettbewerb der besten Rinder sahnte Michael Denz aus Oberstaufen gleich mehrfach ab. Er wurde Jungrinderchampion und Vorführchampion mit seiner korrekten Alino-Kalbin, die aus einer sehr leistungsstarken (7/7,5 10.568 4,09 3,78) Jovitel-Tochter Eva stammt.

Zusammen mit einem weiteren Siegerrind und der Blooming-Erstmelkkuh Face kam Denz am Samstagabend auf drei Abteilungssiege, bei den älteren Kühen kam am Sonntag ein vierter hinzu. 

10.000 € für hornloses Rind

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Bei der Eliteauktion erzielte Ulrich Kaiser aus Lachen mit 10.000 € den Höchstpreis für seine hornlose Seasidebloom-Tochter. Der Preis von 7600 € galt für ein Dane-Rind aus der Bundessiegerin Player Hilton vom Betrieb Barn­steiner, Ennenhofen, und bei einer genomisch hohen Piero-Tochter aus der U-Familie von Stefan Finkel fiel der Hammer bei 7000 €.

Die Guggemos GbR bot ein rahmiges Dynamite-Rind aus ihrer Siegerkuh alt, der Jolden-Tochter Party an, die vom Auktionator Josef Hefele bei 5600 € zugeschlagen wurde.

Die Berghof Babel GbR versteigerte ein Dynamite-Rind aus ihrer Klassensiegerin Fernando Dinando für 3900 €. Den Höchstpreis bei den Embryonen erzielte die Berkmiller-Schön GbR: 2 Seasidebloom/Antonov-Embryonen aus der Index-und Leistungsgranate Joschka Honda (ø 2 Lakt. 11.419 3,78 3,75/GZW 141) kosteten jeweils 810 Euro. 

Publikum reiht mit

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In zehn Abteilungen stellten die Kinder und Jugendlichen von 3 bis 15 Jahre ihre Kälber und Rinder im Ring vor, das ist ein bewährter Programmpunkt.

Seine Premiere hingegen feierte ein Jungzüchter-Rangierungswettbewerb auf europäischer Ebene, an dem sich 17 Jungzüchterclubs beteiligten. Sie rangierten alle sechs Jungkuhklassen, bevor der offizielle Richter Olivier Bulot ans Werk ging. Am nächsten an Bulots Reihung dran war der Jungzüchterclub Obervinschgau aus Südtirol, der damit 1000 € für die Clubkasse gewann. Zweiter wurde der JZC Füssen, der sich 500 € sicherte und Dritter der JZC Ravensburg (250 €).

Selber zum Rangieren von drei Kuhklassen aufgerufen waren 44 Viehzuchtgenossenschaften. Am besten mit Bulot stimmte die Rangierung der VZG Burgberg-Blaichach überein, die dafür ebenfalls 1000 € erhält. Für die VZG Ebersbach gab es 500 € und die VZG Pfronten-Eisenberg freut sich über 250 €. 

Über 400 Zuschauer beteiligten sich am Publikumswettbewerb, hier galt es auf die richtige Siegerkuh der mittleren Kuhklassen zu tippen. Unter den Besuchern, die sich für die spätere Siegerkuh Glarus Valentina entschieden, wurden die Gewinner gelost. Einen Einkaufsgutschein auf einer AHG-Auktion in Höhe von auch 1000 € durfte Jakob Adelgoß aus Rettenberg in Empfang nehmen, Alexander Kuppel aus Nordrhein-Westfalen freute sich über 500 € und Bernhard Vogler aus Gopprechts erhielt einen Einkaufsgutschein von 250 €.

Glarus aus der Diva-Linie

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Bei einem Glenn-Sohn aus der Vinozak-Diva-Linie von Familie Babel, Wald, würde man nicht unbedingt einen sehr starken Leistungsvererber erwarten. Dabei ist Glarus B2C mit +798 Milch-kg  (CH: +1148 Milch-kg) ein sehr milchstarker töchtergeprüfter Vererber bei der Besamungsstation Greifenberg.

Die Station zeigte 7 sehr körperhafte Kühe, im Mittelpunkt stand natürlich die Schausiegerin Valentina. Die Glarus-Töchter zeigten viel Kapazität und waren im Becken etwas breiter als es das Diagramm (90) vermuten lässt.

In der Nacheuterhöhe bringt Glarus keine Verbesserung. Das Zentralband war deutlich ausgeprägt und die Vorderstriche zentral platziert. 

Bisher kalbten in Bayern 223 Glarus-Töchter ab. Es war eine gute Nachzuchtgruppe, die aus etwa 100 Töchtern ausgesucht werden konnte, da viele Töchter altmelkend oder trockenstehend sind. Unter 25 Glenn-Söhnen in KB ist Glarus in der Liste Deutschland/Österreich die Nr. 1 nach GZW und nach Milchmenge, die Nummer 2 nach Milchwert, die Nummer 4 in der Eutergesundheit sowie die Nummer 5 nach Nutzungsdauer. Im Exterieur hat Glarus mit 117 einen guten Wert, angesichts der starken Konkurrenz unter den Glenn-Söhnen ist er hier die Nr. 17.

Pustertal in Bayern

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Das Pustertal ist in Südtirol. Der Stier Pustertal ist ein Padua-Sohn der Alpengenetik aus der Huray-Tochter Desiree von Alban Immle. Aus rund 50 Töchter wurden fünf für die Nachzuchtgruppe ausgewählt. Mit GZW 129 bei +1069 kg Milch ist Pustertal einer der besten töchtergeprüften Leistungsvererber. Im Exterieur ist er mit Gesamt 106 (Rahmen 100/Becken 90/ Fundament 112/ Euter 107) ein Durchschnittsstier, hier waren die gezeigten Töchter besser als erwartet. Vor allem die im Diagramm ausgewiesenen Schwächen in Beckenneigung und Beckenbreite waren bei den Kühen nicht so zu sehen. 

Natürlich sollte er angesichts seiner Zuchtwerte bei 43 bewerteten Töchtern hier trotzdem gezielt und zur Verbesserung von Milchmenge, Persistenz und Eutergesundheit eingesetzt werden. Der Fruchtbarkeitswert beträgt 113 bei einer Sicherheit von 56 Prozent. Die recht großen und rumpfigen Tiere zeigten ein gutes Fundament.

Von Padua gingen 18 Söhne in KB-Einsatz, Pustertal ist mit 10 Punkten Vorsprung die Nr. 1 im GZW, zudem die Nr. 1 im MW und in der Milchmenge. Im Exterieur ist er 12., in der Töchterfruchtbarkeit auf Platz 2, in der Melkbarkeit auf Platz 5 und in der Eutergesundheit auf Rang 9.

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