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Im Heft

Möglicheiten zur Behandlung von Mortellaro

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am Freitag, 20.09.2019 - 09:31

Im aktuellen Heft berichten wir über verschiedene Möglichkeiten, Dermatitis digitalis ("Mortellarosche Krankheit") zu behandeln und dieser Krankheit dauerhaft vorzubeugen. Ein Auszug aus dem Interview mit Dr. Charlotte Kröger.

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Rinderzucht Braunvieh: Warum beschäftigen Sie sich so intensiv mit dem Thema Dermatitis digitalis (DD)?
Dr. Charlotte Kröger: Die Tatsache, dass bereits ein Großteil der rinderhaltenden Betriebe weltweit mit dem Krankheitsbild der Mortellaroschen Krankheit auf ihren Betrieben konfrontiert wird, ist meine Motivation. Nicht nur Milchviehbetriebe, sondern auch reine Mastbetriebe und Mutterkuhhalter können betroffen sein. Diese Erkrankung ist also ein internationales Problem.

Rinderzucht Braunvieh: Eine internationale Ausbreitung einer Krankheit bringt sehr vielfältige Forschungsansätze von Klima über Haltung, Fütterung und Behandlung mit sich. Wie sind Sie auf dieses spezielle Thema ihrer Doktorarbeit gekommen?
Dr. Charlotte Kröger: Ich wollte herausfinden, ob nicht antibiotische Behandlungsmöglichkeiten eine ebenso gute klinische Abheilung hervorrufen können, wie eine herkömmliche Antibiose. Zusätzlich hat es mich interessiert, wie die einzelnen Hautschichten auf verschiedene oberflächliche Behandlungen reagieren.

Rinderzucht Braunvieh: Was war Ihr erklärtes Ziel für diese Studie?
Dr. Charlotte Kröger: Das große wissenschaftliche Projekt und die vielfältigen Ergebnisse sollten soweit reduziert werden, dass eine praktische Entscheidungshilfe für den Landwirt geschaffen wird. Es sollte möglich sein, dass der Landwirt erkennt, wann und in welcher Situation er nach antibiotischen oder nicht antibiotischen Behandlungsmethoden greifen muss.

Rinderzucht Braunvieh: Wie haben Sie ihr Projekt aufgebaut, um am Ende eine praktische Entscheidungshilfe für die betroffenen Betriebe zu erhalten?
Dr. Charlotte Kröger: Im Rahmen der Arbeit trat ein antibiotikumhaltiges Blauspray (mit Tetrazyklinen) mit weiteren, nicht antibiotischen Produkten für die Behandlung von Mortellaro in den Wettstreit. Alle eingesetzten Produkte waren und sind zur Anwendung am lebensmittelliefernden Rind zugelassen. In der Studie wurden Produkte durch eine Verbandsbehandlung in ihrer Wirkung verglichen:

  • Polyurethan-Wundauflage,
  • Chlortetrazyklin-Spray,
  • Kupfer-Zinkchelat-Spray,
  • Salizylsäurepaste und
  • Polyurethan-Wundauflage mit Chlortetrazyklin-Spray.

Auf fünf unterschiedlichen bayerischen Milchviehbetrieben wurden die Tiere mit einer akuten Läsion im Rahmen der routinemäßigen Klauenpflege untersucht. Es wurden Biopsien entnommen und anschließend wurden die Kühe mit einer der fünf unterschiedlichen Behandlungsmethoden versorgt. Hinzukommt, dass es auf jedem Betrieb Tiere gibt, die zum ersten Mal akut erkrankten.

Rinderzucht Braunvieh: Welche neuen Erkenntnisse haben Sie durch diese Studie gewonnen?
Dr. Charlotte Kröger: Die Studie hat gezeigt, dass auch nicht-antibiotische Behandlungsmethoden die Möglichkeit bieten, die Mortellarosche Krankheit auf den Betrieben unter Kontrolle zu bekommen. Ein wichtiger Unterschied in der Läsionsbehandlung von DD ist allerdings das Wissen um den Zeitpunkt bzw. die Altersgruppe des ersten Auftretens akuter Läsionen.

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