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Oberbayern

Die Zwanzig sind voll

Familie Stückl mit ihren Siegerkühen aus 2013 im Jahr 2022 (v.l.): Die 13-jährige Huray Fanni, die 16-jährige Protector Ramona und die 12-jährige Peter Flocki.
am Mittwoch, 14.09.2022 - 14:10

Bei Hans und Susanne Stückl aus Uffing stehen fünf lebende 100 000-Liter-Kühe im Stall, insgesamt haben damit schon 20 Kühe diese Schallmauer durchbrochen.

Bei Hans und Susanne Stückl aus Uffing stehen fünf lebende 100 000-Liter-Kühe im Stall, insgesamt haben damit schon 20 Kühe diese Schallmauer durchbrochen. Auch die Siegerkühe der Dörfercup-Tierschau 2013 glänzen noch.

Die Idee zum Fotoshooting für das nebenstehende Bild wurde in diesem Frühjahr geboren: »Erinnerst du dich noch an die drei Kühe, die wir 2013 auf dem Dörfercup in Birkland ausgestellt haben?«, fragt Hans Stückl beiläufig. Mit der damals 3-jährigen Peter-Tochter Flocki, der 4-jährigen Huray Fanni und der 7-jährigen Protektor Ramona gewann die Ortschaft Uffing 2013 den Dörfercup der Weilheimer Zuchtverbände, und alle drei Kühe stammten vom Betrieb Stückl. »Die drei stehen noch gut da«, meinte Stückl jetzt, neun Jahre nach der Schau.

Und so kam es, dass sich im Juli 2022 die 12-jährige Peter Flocki, die 13-jährige Huray Fanni und die 16-jährige Protektor Ramona noch einmal in derselben Reihenfolge aufstellen, wie bei ihrem Schauerfolg im Jahr 2013. Und wie damals kommen Hans und Susanne Stückl mit ihren Kindern Michael, Johannes und Veronika aufs Bild.

Das eben beschriebene ist so typisch für Familie Stückl: die Kühe werden sehr alt und allen liegt ihr Braunvieh am Herzen. Eine gute und spätreife Genetik und ein sehr gutes Management sind die Voraussetzungen, um so alte und fitte Kühe im Stall zu haben. Und noch etwas: sehr viel Geduld. Als im Jahr 2009 sechs Kühe mit 100 000 kg Lebensleistung in der Herde waren, gab er auf die Frage, wie er es schaffe, so viele alte Kühe im Stall zu haben, eine einfache Antwort. »Wir verkaufen sie einfach nicht!« Während anderswo eine lahmende, betagte Kuh oder eine, die im Alter nicht gleich aufnimmt, schnell durch eine junge Kuh ersetzt wird, halten Stückls an ihren alten Damen fest. Sie haben Geduld mit ihnen und lassen ihnen Zeit. Die Selektion bei den Erstmelkkühen erfolgt nicht nach Milchmenge, sondern in einem anderen Kriterium: »Wir behalten nur Kühe, die das Zeug zum Altwerden haben«, das sagte Stückl schon vor 15 Jahren, und das gilt noch heute.

Eine große Änderung in diesem Jahr war die Umstellung von einem Doppelfünfer-Fischgrätenmelkstand auf zwei Boxen mit einem automatischen Melksystem. Was bleibt, ist die Zuchtphilosphie der Familie: Ziel sind Kühe mit viel Milch und hoher Lebensleistung. »Wenn wir eine Kuh behalten, erwarten wir, dass sie mindestens fünfmal kalbt, oder besser gleich zehnmal!« Das sagte Hans Stückl bereits bei der Reportage 2007. Und daran hat sich nichts verändert. Mehr im aktuellen Rinderzucht Braunvieh.

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