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22 Cent Superabgabe fällig

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von , am
30.06.2015

Das letzte Milchquotenjahr bringt den Milcherzeugern die höchste Überlieferung aller Zeiten. Insgesamt müssen die deutschen Milcherzeuger 309 Mio. Euro an Brüssel zahlen.

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Die Abrechnung des letzten Milchquotenjahres 2014/15 ist abgeschlossen. Es ergab sich, wie bereits erwartet, eine Rekordüberlieferung von rund 1,11 Mio. Tonnen, was rund 3,7 Prozent entspricht. Die fettkorrigierte Anlieferung in Deutschland lag im Quotenjahr 2014/15 bei 31,33 Mio. Tonnen, die nationale Referenzmenge jedoch nur bei rund 30,23 Mio. Tonnen. Damit kam es im letzten Quotenjahr zur höchsten Überlieferung in der bisherigen Geschichte des Quotensystems. Deutschland muss nun rund 309 Mio. Euro an Strafzahlungen nach Brüssel abführen, im Quotenjahr 2013/14 waren es 164 Mio. Euro, berichtet der Verband der Milcherzeuger Bayern.
 
 

Knapp 22 Cent/kg Superabgabe

Nach Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) stehen EU-weit Strafzahlungen von ca. 900 Mio. Euro an. Der Bauernverband fordert eine Rückführung der Superabgabe in den Milchsektor. Bisher fließen die Gelder in den allgemeinen Haushalt der Europäischen Kommission.
 
Bei der Bundessaldierung wurde ein Saldierungsschlüssel von 21 Prozent ermittelt. Um diesen Prozentsatz wird die nach der Molkereisaldierung verbleibende Überlieferungsmenge gekürzt, also von der Überschussabgabe (Superabgabe) freigestellt. Ausgehend von dem Abgabensatz von 27,83 ct/kg resultiert damit eine durchschnittliche Abgabebelastung für die Milcherzeuger von 21,99 ct/kg für die nach der Molkereisaldierung verbleibende überlieferte Milchmenge.
Die Abgabenreduzierung über die Molkereisaldierung ist in diesem Betrag nicht berück-sichtigt. Wie der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) mitteilt, dürfte die offizielle Information der Hauptzollämter an die Molkereien in den nächsten Tagen erfolgen.  
 

dlz hat früh gewarnt

Damit haben die Milcherzeuger richtig agiert, die noch im November 2014 Milchquote gekauft hatten, um die Überlieferung zu verringern. Denn damals kostete die Milchquote im Westen 14 Cent/kg und im Osten 5 Cent/kg. Bereits Ende September 2014 hat das dlz agrarmagazin vor einer hohen Superabgabe von um die 20 Cent/kg gewarnt. 
 
 
 
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