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dlz-Aktuell

22 Öko-Betriebe gesperrt

von , am
06.01.2015

Mecklenburg-Vorpommern hat inzwischen 22 Öko-Betriebe für den Vertrieb für Waren des ökologischen Landbaus gesperrt.

Dr. Till Backhaus, Agrarminister Mecklenburg-Vorpommern © Bobo11
"Der ökologische Landbau erleidet damit einen erneuten Rückschlag im Kampf um das Vertrauen der Verbraucher. Wir müssen jetzt alles daran setzen, damit wir hier eine Trendwende erreichen", bewertet Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, die aktuellen Entwicklungen.
 
Umgehend hat das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) über Weihnachten reagiert, die potentiell belieferten Betriebe für die Öko-Vermarktung gesperrt und Rückstellproben untersucht. In 6 von 20 Proben wurden die nach dem Futtermittelrecht zugelassenen Höchstwerte für Metalaxyl, ein Fungizid, überschritten. Darauf hin wurde für 22 Betriebe die Sperrung für die Öko-Vermarktung bestätigt. Es handelt sich dabei um verschiedene Haltungsformen und Haltungsgrößen. Ein Großteil des Futters wurde bereits verfüttert. Dennoch versichert Backhaus, dass nach bisherigen Kenntnissen zu keinem Zeitpunkt eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher ausgegangen sei.

Bessere Eigenkontrollen nötig

Das weitere Vorgehen wird nun auch mit den betroffenen Bundesländern auf der Arbeitsebene in dieser Woche geklärt. Nach derzeitiger Rechtslage trägt die Hauptverantwortung im Umgang mit Futter- und Lebensmitteln der Produzent. Daher sind Eigenkontrollen unumgänglich. "Meines Erachtens müssen die Betriebe für den Fall, dass sie Futtermittel aus potentiell unsicheren Quellen beziehen, ein erhöhtes Maß an Eigenkontrollen an den Tag legen. Das heißt idealerweise Kontrolle vor Eingang der Ware in die Verarbeitung im Futtermischwerk", unterstrich der Minister.

Fast 1.060 t wurden ausgeliefert

Am 24. Dezember wurden die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern von möglichen Verunreinigungen von Sonnenblumenkuchen benachrichtigt. Es handelt sich dabei um 1.966 t Öko-Futtermittel, die ein niederländischer Händler in den Hafen Brake in Niedersachsen verbracht hatte. Hiervon wurden bereits seit Oktober letzten Jahres 1.059 t ausgeliefert, u.a. nach Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt aber auch in die USA. Rund 554 t gingen im Wesentlichen zu einem Futtermittelhersteller nach Mecklenburg-Vorpommern. Von hier gingen Teile als Futtermittel nach Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und nach Polen. Rund 900 t liegen noch im Hafen in Brake und sind gesperrt worden.
 
 
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