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Agrarminister wollen Reserveantibiotika verbieten

von , am
23.03.2015

Nach einem Beschluss der Länderagrarminister am vergangenen Freitag auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Homburg sollen Reserveantibiotika in der Tierhaltung verboten werden.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer freut sich über diesen AMK-Beschluss. "Jetzt ist klar: Bestimmte Stoffgruppen sollten der Humanmedizin vorbehalten bleiben. Es darf nicht sein, dass hochgefährliche resistente Keime im Tierstall entstehen und deshalb Menschen gesundheitlich gefährdet werden", sagte Meyer.
 
Die AMK fordert in ihrem Beschluss die Bundesregierung auf, "schnellstmöglich" eine Liste von besonders kritischen Antibiotika vorzulegen, die dann nicht oder nur unter strikten Auflagen in der Veterinärmedizin verwendet werden dürfen. "Die Agrarministerkonferenz sieht die zunehmende Herausbildung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin mit großer Sorge", sagte Meyer. 
 
Der niedersächsische Agrarminister wies in dem Zusammenhang auf den besorgniserregenden Anstieg etwa der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genannten kritischen Stoffklassen der Fluorchinolone und Cephalosporine hin. Deren Verwendung in der Tierhaltung habe sich laut Meyer  von 2011 bis 2013 im Bund und in Niedersachsen um 50 Prozent gesteigert. Die Hälfte dieser Wirkstoffe wurde an Tierarztpraxen in Niedersachsen geliefert. Diese Gruppe werde nach Einschätzung der WHO als Reserveantibiotika eingeschätzt.
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