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Aldi erhöht Milchpreise

© Koch
von , am
01.10.2015

Aldi wird zum 1. Oktober 2015 die Preise für Frischmilch und Butter erhöhen. Nach einer Mitteilung der Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd werden die Preise für Trinkmilch um vier Cent, die für Butter um zehn Cent erhöht.

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Damit konnte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes( DBV), Joachim Rukwied, einen weiteren Lebensmitteleinzelhändler bei einem Gespräch von der Notwendigkeit der Verbesserung der Milchpreise überzeugen. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte entsprechende Gespräche mit Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandel geführt.
 
Bereits im August hatte Rukwied in einem Gespräch mit dem Vorstand des Discounters Lidl nachdrücklich betont, dass der Lebensmitteleinzelhandel große Verantwortung nicht nur für die Vermarktung der Lebensmittel trägt, sondern letztlich auch für die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien. Lidl hatte Mitte September angekündigt, den Einkaufspreis für Trinkmilch ab dem 1. Oktober dieses Jahres um 5 Cent je Liter zu erhöhen.
 
Trinkmilch und Butter decken jedoch nur einen Teil der Milchverarbeitung in Deutschland ab.

BDM fordert auch Maßnahmen der Agrarminister

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM betrachtet dies als wichtiges Signal, dass auch im Lebensmitteleinzelhandel erkannt wird, dass alle Branchenbeteiligten in dieser Milchkrise Verantwortung übernehmen müssen, damit sich die Situation für die Milchbauern schnellstmöglich verbessert. "Wären nicht so viele Milchbauern so kontinuierlich auf die Straße gegangen und hätten Alarm geschlagen, würde es diese Aktion von Aldi nicht geben", betont BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.
 
"Um die Marktsituation wirklich zu bereinigen, braucht es politische Entscheidungen", erklärt Romuald Schaber am Rande der in Fulda stattfindenden Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern. "Wir fordern die Ministerinnen und Minister auf, nun ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen und Maßnahmen zu beschließen, die ganz schnell dazu führen, dass das bestehende Überangebot an Milch abgebaut wird und sich die Preise am Markt erholen können."
 
Heute und insbesondere am Freitag werden die Milchviehhalter-/innen des BDM in Fulda die Agrarministerinnen und -minister mit Aktionen in die Pflicht nehmen und an ihre Verantwortung erinnern, Instrumente zu beschließen, die in der Lage sind, die EU-Milchanlieferung zeitlich befristet für die Krise wenigstens einzugrenzen.
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