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Am alten Weizenkontrakt orientieren

von , am
16.03.2015

 
Obwohl an der Matif in Paris seit Anfang März für die neue Weizenernte 2015 zwei unterschiedliche Kontrakte gehandelt werden, sollten sich Landwirte an dem bisherigen Weizenkontrakt (Nr.2) orientieren. [[mehr]] Dieser notierte zwar zeitweise rund 2 Euro je Tonne schwächer als der neue Matif-Weizenkontrakt (Nr.3), der auch als Premiumweizen bezeichnet wird. Inzwischen ist jedoch der Preisunterschied an der Börse verschwunden.
 
Der Preisunterschied zwischen den beiden Kontrakten könnte vor allem auf unterschiedliche Andienungsorte beruhen. Zudem sind die Eiweißgehalte der Kontrakte unterschiedlich. So ist die Basis beim neuen Kontrakt 11 Prozent Eiweiß, beim alten 10,5 Prozent.
 
"Den niedrigeren Eiweißgehalt des alten Kontraktes an der Börse können Landwirte am physischen Markt über höhere Prämien für bessere Qualitäten ausgleichen", rät Börsenmakler H. Jürgen Kiefer von der H. Jürgen Kiefer GmbH. So notiert B-Weizen (12% Prozent Eiweiß) franko Hamburg meist rund 5 bis 6 Euro je Tonne höher.

Keine Umsätze für Premiumweizen

Der neue Kontrakt verzeichnet so gut wie keine Umsätze. Denn die Marktteilnehmer lehnen den neuen Kontrakt bisher ab, wie sie jüngst bei Gesprächen in Hamburg gegenüber der Matif noch einmal deutlich gemacht hatten. So wurden beim alten Kontrakt im vergangenen Jahr die Andienungsmodalitäten so geändert, dass ohnehin nur Qualitätsware angeliefert werden kann. Daher sei der neue Weizenkontrakt eigentlich überflüssig, so Marktteilnehmer.
Zudem sind die notierten Weizenpreise des neuen Kontraktes Premiumweizen weniger aussagekräftig als beim alten Weizenkontrakt. Dort werden täglich weit über 1 Mio. t Weizen gehandelt, beim neuen fanden zuletzt gar keine Umsätze an der Börse mehr statt.
 
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