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Antibiotika: DBV fordert sachliche Diskussion

von , am
12.02.2015

Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) erklärt, dass konsequent und gemeinsam vorgegangen werden muss, um das Entstehen von Resistenzen gegen Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin einzudämmen.

© Foto: Werkbild
Der DBV betont, dass Landwirte sich ihrer hohen Verantwortung für Tiergesundheit, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit bewusst sind. Dazu zähle aber auch, dass ein verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika möglich bleiben müsse, gerade im Sinne des Tierschutzes. Ein generelles Verbot von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung bei bestimmten Krankheitsfällen verhindert die notwendige Behandlung der Tiere. Diese Wirkstoffe müssten in der Human- und in der Tiermedizin nur nach sorgfältiger Abwägung und in Einzelfällen angewendet werden, wenn es keine therapeutische Alternativen dazu gebe.
 
Der DBV unterstützt die Antibiotika-Resistenzstrategie der Bundesregierung. Dementsprechend müssen in der Tiermedizin, aber auch darüber hinaus geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um den Antibiotikaeinsatz zu verringern. Ein Beispiel ist die verpflichtende Erfassung der eingesetzten Antibiotika über ein Monitoring. Durch das Antibiotika-Monitoring im QS-System dokumentieren Landwirte den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung umfassend und transparent. Schwachstellen werden dadurch besser erkannt, so dass die Antibiotikaanwendungen weiter optimiert werden kann.

Stärker forschen!

Das DBV-Präsidium fordert eine sachliche und fachlich fundierte Diskussion in Politik und Medien, um Fehleinschätzungen zu vermeiden. Nach einer Studie des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) glauben 53 Prozent der Menschen, dass Resistenzen durch den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung entstehen. Tatsächlich spielt die Tierhaltung hier nur eine Nebenrolle.
Darüber hinaus müsse laut DBV intensiver an neuen antimikrobielle Substanzen geforscht werden, damit auch in Zukunft Infektionen wirkungsvoll bekämpft werden können. 
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