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Aufstallpflicht in Mecklenburg-Vorpommern

von , am
24.11.2014

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung ein Aufstallungsgebot für Geflügel erlassen. Auslöser war der erste Nachweis des hochpathogenen Grippe-Virus H5N8 in einer Wildente, die Ende voriger Woche im Rahmen des Monitorings im Landkreis Vorpommern Rügen erlegt worden war.

© landpixel
"Wir müssen jetzt von einem europaweiten Seuchengeschehen sprechen", sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus, nachdem der Erreger in der Wildvogelpopulation weit außerhalb des Risikogebiets im Umkreis von 50 km um den Seuchenbetrieb in Heinrichswalde im Landkreis Vorpommern Greifswald gefunden wurde. Auch in den Niederlanden und Großbritannien wurden Ausbrüche der Geflügelpest festgestellt. Zumindest in den Niederlanden, wo bisher drei Betriebe unmittelbar betroffen sind, handelt es sich um den gleichen Erreger H5N8. Backhaus forderte alle Tierhalter auf, jeden Kontakt ihres Geflügels zu Wildvögeln zu unterbinden. Die Einhaltung der Stallpflicht wird verstärkt kontrolliert. Bei unklaren Krankheits- oder Todesfällen sollte sofort das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt informiert werden.
 
Für Nachfragen richtete das Schweriner Ministerium ein Bürgertelefon unter der Nummer 0385 - 588 6066 ein. Einen Überblick über den aktuellen Informationsstand gibt diese Internetseite des Ministeriums.

Krisensitzung

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt berief eine nationale Krisensitzung von Fachleuten ein. Sie sollen über weitere Sicherheitsvorkehrungen beraten. Diskutiert wird auch über eine bundesweite Aufstallpflicht. Das Bundesministerium wies darauf hin, man müsse davon ausgehen, dass jeder hochpathogene Erreger auch eine Gefährdung für den Menschen darstellen könne. Für den H5N8-Erreger sei eine Übertragung auf den Menschen noch nicht beobachtet worden. Da man eine Übertragung auf den Menschen aber nicht kategorisch ausschließen könne, sei grundsätzlich Vorsicht geboten
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