Login
dlz-Aktuell

Biokraftstoffe verursachen kein Hunger

© OVID
von , am
09.03.2015

Der Nahrungsmittel-Preisindex (Food Price Index) der FAO zeigt, dass weltweit die Lebensmittelpreise seit 2011 um 22 Prozent gefallen sind. Im gleichen Zeitraum ist aber die Produktion von Biokraftstoffen um 29 Prozent gestiegen.

© OVID
Dennoch machen Nichtregierungsorganisationen immer noch Biokraftstoffe für den Hunger in der Welt verantwortlich. "Biokraftstoffe verursachen keinen Welthunger. Das ist ein Ammenmärchen, das sich gut verkauft und die Spendenbereitschaft vieler Mitbürger erhöhen soll. So besteht Biodiesel größtenteils aus Raps. Der ist zu 60 Prozent Futterpflanze und mitverantwortlich für den Sonntagsbraten der Deutschen," argumentiert OVID-Präsident W. Thywissen.
 
Zahlreiche Faktoren beeinflussen den Food Price Index. Darunter fallen zum Beispiel Naturkatastrophen, Missernten, politische Krisen oder Import- bzw. Exportbeschränkungen einzelner Länder wie derzeit zwischen Russland und der EU. Der Index der Vereinten Nationen beschreibt die Entwicklung der Weltmarktpreise von insgesamt 55 Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln.
 
 

Lebensmittelverschwendung ist größeres Problem

Ein viel größeres Problem bei der Hungerbekämpfung ist laut Thywissen die Lebensmittel-verschwendung. Laut eines aktuellen Berichtes der Organisation Waste and Resource Action Programme (WRAP) entfallen hierauf etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion. Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf etwa 400 Milliarden Dollar. Während in westlichen Gesellschaften Lebensmittel oft im Müll landen, verderben Nahrungsmittel in Entwicklungsländern häufig bereits in Lagerhäusern oder auf dem Weg zum Konsumenten. 
Auch interessant