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Biomilch: Arla-Lieferanten finden Alternative

von , am
05.05.2015

Am Tisch (v.l.): Milchbauer Stefan Zenner, Vorsitzender der MEG Mittelgebirgsbauern, Joachim Kemper, Geschäftsführer der Gläsernen Molkerei, Hubert Böhmann. © Bioland, Paulina Kersting
Zwölf Bio-Betriebe aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben Ende April einen Milchliefervertrag mit der Bioland-Milcherzeugergemeinschaft der Mittelgebirgsbauern abgeschlossen. [[mehr]] Der Vertrag läuft ab Januar 2016. Die Betriebe liefern bisher naoch an Arla Pronsfeld und Molkerei Walhorn, die inzwischen auch zu Arla-Foods gehören.
Gleichzeitig hat die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) die Weiterverarbeitung der Biomilch mit der Gläsernen Molkerei vertraglich geregelt. Die Gläserne Molkerei verarbeitet ausschließlich die Milch von Mitgliedern der Anbauverbände, wie Bioland, Demeter oder Naturland.
 
Die zwölf Milcherzeuger aus der Eifel, dem Saarland und den Ardennen liefern zunächst eine Milchmenge von rund fünf Millionen Litern jährlich an die MEG. Weitere Betriebe aus der Region zeigen großes Interesse. So sollen weitere drei Millionen Kilogramm im Gespräch sein, die einen neuen Abnehmer suchen.

Eigenständiger Biomilchpreis wichtig

Nach der Übernahme der Molkereien Walhorn und der Milchunion Hocheifel (MUH) durch den Molkereiriesen Arla suchten viele Bio-Milcherzeuger nach Alternativen. "Wichtig ist den Landwirten ein eigenständiger Bio-Milchpreis anstatt eines Bio-Aufschlags auf den konventionellen Milchpreis", sagt Klaus Reuter, Berater bei Bioland. So zahlt die MEG Mittelgebirgsbauern im März zum Beispiel 48,4 Cent/kg netto bei 4,2 Prozent Fett aus. Im Vergleich dazu war Arla über sechs Cent niedriger.
 
"Hinzukommt, dass die Milcherzeuger selbst bestimmen wollen, wohin ihre Milch geht und dass ihnen ein angemessener Preis gezahlt wird", sagt Sabine Berger, Geschäftsführerin von Bioland Rheinland-Pfalz/Saarland. Dafür biete die Bündelung der Milch durch die MEG der Mittelgebirgsbauern und eine Verarbeitung durch die Gläserne Molkerei die besten Voraussetzungen. Zudem haben die Landwirte über die MEG mehrere Absatzalternativen.
 
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