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dlz-Aktuell

Boden über zehn Prozent teurer

von , am
09.10.2015

Die Bodenpreise sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Am stärksten war der Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Bundesweit betrug die Teuerungsrate 10,5 Prozent. 2014 gaben die Käufer im bundesweiten Durchschnitt 18.100 Euro pro Hektar aus. Im Bundesvergleich liegen die Preise für landwirtschaftliche Flächen in NRW nach Bayern erneut an zweiter Stelle.
 
In Mecklenburg-Vorpommern kletterten die Kaufpreise für landwirtschaftliche Grundstücke um 23 Prozent auf 17.539 €/ha, in Brandenburg um über 29 Prozent auf 10.191 €/ha. In diesen beiden Ländern kletterten die Kaufpreise am stärksten.
 
Die Preise sind in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr am drittstärksten gestiegen. 40.049 Euro mussten im Durchschnitt für einen Hektar Acker oder Wiese bezahlt werden. Das sind rund 18 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Innerhalb von nur fünf Jahren stieg damit der Preis für landwirtschaftliche Flächen in Nordrhein-Westfalen um 49 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der vom Landesbetrieb Information und Technik aufgestellten Statistik durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
 

Bis zu 56.000 €/ha fällig

Im Jahr 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 3.100 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 4.400 Hektar verkauft, 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchsten Bodenpreise wurden in den Regierungsbezirken Münster mit 55.923 Euro je Hektar und im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 51.090 Euro je Hektar notiert. Im Regierungsbezirk Köln mussten für Agrarland im Schnitt 38.459 Euro bezahlt werden. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist hier mit 25,6 Prozent NRW-weit absolute Spitze.
 
Die höchsten Preise in Westfalen-Lippe wurden in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt sowie im Rheinland im Rhein-Erft-Kreis, im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Kleve ermittelt. Die niedrigsten Preise verzeichneten in Westfalen der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Siegen-Wittgenstein und der Märkische Kreis. Im Rheinland liegen der Rheinisch-Bergische Kreis, die Städteregion Aachen und der Oberbergische Kreis auf den hinteren Plätzen. 

Grundstücksverkehrsgesetz überprüfen

NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel und der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW, Dr. Martin Berges, erklärten, dass sie die rasante Preissteigerung der letzten Jahre mit Sorge sehen. "Für aktive landwirtschaftliche Betriebe wird es angesichts dieser Preise immer schwieriger, die für die Weiterentwicklung der Betriebe dringend benötigten Flächen durch Kauf langfristig zu sichern", sagte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel. Hinzu komme, dass steigende Grundstückspreise auch die Pachtpreise, die in NRW ohnehin schon seit Jahren bundesweit spitze sind, weiter nach oben treiben.
 
Nach Beobachtung der Landwirtschaftskammer NRW investieren zunehmend auch außerlandwirtschaftliche Kapitalanleger in landwirtschaftliche Grundstücke, die diese nicht selbst bewirtschaften wollen.
"Deshalb sind wir aufgefordert, wie jüngst auf der Agrarministerkonferenz mit dem Bundesminister verabredet, die rechtlichen Möglichkeiten, die sich beim Grundstücksverkehrsrecht bieten, noch einmal sehr genau zu prüfen und gegebenenfalls zu erweitern," betonte Remmel. 
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