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China und Australien vereinbaren Freihandel

von , am
17.11.2014

Die australischen Landwirte dürften zu den größten Gewinnern eines Freihandelsabkommens zählen, das die Handelsminister von China und Australien heute in Canberra vereinbart haben.

Milchkühe auf einer Farm in Westaustralien. © Norbert Lehmann
Innerhalb von vier Jahren werden 93 Prozent aller australischen Exporte nach China zollbefreit. Bisher erhebt China einen Zoll von 15 Prozent auf Säuglingsnahrung aus Australien. Der Zoll soll innerhalb von vier Jahren abgebaut werden, ebenso wie für Vollmilchpulver. Die tarifären Belastungen für alle australischen Molkereiprodukte soll spätestens bis 2025 auf Null sinken. Für Rindfleisch ist ein Übergangszeitraum von neun Jahren vorgesehen. Bisher beträgt der chinesische Einfuhrzoll für australisches Rindfleisch zwischen 12 und 25 Prozent. Australien exportiert jährlich Rindfleisch für umgerechnet mehr als 500 Millionen Euro in die Volksrepublik. Auch für Lammfleisch, Gerste, Obst und Gemüse, Wein sowie Häute und Leder wurde ein stufenweiser Zollabbau vereinbart. Lediglich für Zucker, Reis und Weizen wurden keine Erleichterungen beschlossen. Geplant ist aber, nach drei Jahren über eine Erweiterung des Abkommens zu verhandeln.

Bauernverband NFF zufrieden

Die beiden Regierungen unterzeichneten am Montag in Canberra eine Absichtserklärung, in der die Vereinbarungen niedergelegt sind, die das Freihandelsabkommen ausmachen werden. Auch die australische Bergbau- und Rohstoffindustrie wird von Importzöllen befreit. Im Gegenzug lockert Australien die Regeln für chinesische Auslandsinvestitionen. Die Verhandlungen hatten neun Jahre gedauert.
 
Der australische Bauernverband (NFF) begrüßte den Abschluss der Freihandelsgespräche. NFF-Präsident Brent Finlay schätzt, die Agrarexporte Australiens nach China, die voriges Jahr umgerechnet rund 4,9 Milliarden Euro ausmachten, könnten sich bis 2020 verdreifachen. Bei der Prognose stützt sich Finlay auf die Erfahrungen Neuseelands. Die südlichen Nachbarn schlossen 2008 mit China ein Freihandelsabkommen. Seither haben sich die neuseeländischen Molkereiexporte in die Volksrepublik versechsfacht.
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