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Cloppenburg: Geflügelpest bestätigt

von , am
16.12.2014

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit hat heute bestätigt, dass es sich bei dem Ausbruch von Geflügelgrippe in Niedersachsen um den hochpathogenen Erreger H5N8 handelt.

Der Erreger wurde bereits in Mecklenburg-Vorpommern, Großbritannien, den Niederlanden und – wie heute ebenfalls gemeldet wurde – auch in Italien in Betrieben nachgewiesen.
 
Bundesminister Christian Schmidt appelliert erneut eindringlich an alle Geflügelhalter, insbesondere in der betroffenen Region, die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um zu vermeiden, dass sich die Geflügelpest weiter ausbreitet. "Im Interesse von Tier und Mensch appelliere ich an alle Beteiligten, nun mehr denn je auf die penible Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu achten. Das gilt für alle betrieblichen Kontakte, aber auch darüber hinaus. Da auch der Personenverkehr eine mögliche Eintragsquelle darstellen kann, sollten Geflügelhalter beispielsweise auch dann Vorsicht walten lassen, wenn sie andere Geflügelhalter auf ihrem Hof besuchen", sagte Schmidt.
 
 

Unklare Todesfälle untersuchen lassen

Um die Ansteckung weiterer Bestände zu vermeiden, müssen unklare Krankheits- oder Todesfälle laut Schmidt schnellstmöglich untersucht und Verdachtsfälle von Geflügelpest dem jeweils zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht in engem Austausch mit den Behörden in Niedersachsen, die derzeit die nötigen Maßnahmen zur Tötung der Tiere und zum Schutz vor weiteren Infektionen einleiten. Bundesminister Schmidt bedauert, dass diese hochansteckende und für die Tierbestände gefährliche Tierseuche nach Mecklenburg-Vorpommern nun auch in Niedersachsen ausgebrochen ist.
 
 

Schutzmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten

Grundlage für die Bekämpfung der Geflügelpest ist die Geflügelpest-Verordnung in ihrer Fassung von 2013. Hierbei folgen die Bekämpfungsmaßnahmen den allgemeinen Prinzipien der Tierseuchenbekämpfung. Um eine Verbreitung zu verhindern spielt die Schutzkleidung eine wesentliche Rolle. Der Besitzer des Geflügels hat sicherzustellen, dass jede Person, die mit seinem Geflügel in Kontakt kommt, gereinigte Schutzkleidung oder Einwegkleidung anlegt und trägt. Die Schutzkleidung ist unverzüglich nach Gebrauch vom Tierhalter zu reinigen und zu desinfizieren. Einwegkleidung muss unverzüglich nach Gebrauch unschädlich beseitigt werden.
 
Ebenfalls von hoher Bedeutung ist das Einhalten weiterer seuchenhygienischer Maßnahmen. Hier sind beispielsweise die Sicherung der Ställe gegen unbefugten Zutritt sowie deren Reinigung und Desinfektion zu nennen. Da davon auszugehen ist, dass die aviäre Influenza auch über Wildvögel übertragen werden kann, gilt für Geflügel, das nicht ausschließlich in Ställen gehalten wird, dass es nur an Stellen gefüttert werden soll, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Zudem soll dieses Geflügel nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Schließlich sollen Futter, Einstreu und andere Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.  
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