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Deutscher Bauernverband fordert Sachlichkeit

von , am
26.08.2015

Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert einen Medienbericht der Süddeutschen Zeitung (SZ). Dieser übt Pauschalkritik am Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung.

Der SZ-Bericht erkenne nicht die Bemühungen und Erfolge der Nutztierhaltung an, sondern verfalle mit tendenziösen Aussagen in eine Pauschalkritik, die der näheren Betrachtung nicht standhalte, so der DBV.
Tatsächlich dokumentiert das Bundesamt für Verbarucherschutz in seiner jüngsten Auswertung einen um 27 Prozent reduzierten  Antibiotikaeinsatz seit 2011, dies wertet der DBV als Erfolg.
 
Dem Vorwurf der Intransparenz im SZ-Artikel widerspricht der DBV ebenfalls vehement. So könnten die Überwachungsbehörden sehr wohl Einsicht in alle Daten nehmen, um den individuellen Handlungsbedarf bei den einzelnen Betrieben einzuschätzen.

Auch die Kritik der Süddeutschen Zeitung, wonach "sich Tausende Landwirte der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht entziehen konnten" trägt nicht. Denn in der QS Antibiotikadatenbank werden 95 Prozent aller Schweinehalter erfasst. Diese Daten werden auch an die staatliche Datenbank weitergeleitet.
 
Kritisch sind nach Ansicht des DBV die mit der staatlichen Datenbank verbundene Bürokratie und die wenig praxisgerechte Umsetzung durch die Länder. Der DBV habe sowohl in der Entwicklungsphase als auch in den letzten Monaten immer wieder auf die mangelnde Praxistauglichkeit der staatlichen Antibiotikadatenbank hingewiesen und seine Mithilfe bei deren Weiterentwicklung angeboten.
 

Maßnahmen auch bei Humanmedizin nötig

Gleichzeitig weist der DBV darauf hin, dass das Problem von Resistenzen in der Tierhaltung und gleichermaßen in der Humanmedizin bekämpft werden müsse. Auch und gerade der Einsatz von Reserveantibiotika muss weiterhin nach sorgfältiger Abwägung und in Einzelfällen möglich bleiben, bei denen keine andere therapeutische Alternative bei erkrankten Nutztieren zur Verfügung stehe. Die Forderung, Reserveantibiotika generell für die Tierhaltung zu verbieten, sei daher gerade mit Blick auf den Tierschutz unverantwortlich. Zudem machen diese Reserveantibiotika nur etwa ein Prozent der abgegebenen Gesamtmenge aus, wie es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit heißt. 
 
Mehr zum Thema Antibiotika-Monitoring lesen Sie in unserem dlz agrarmagazin. In der September Ausgabe: "Verfälschte Zahlen - echte Sorgen" ab Seite 20.
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