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Einkommen werden deutlich sinken

von , am
25.11.2014

© Weingartner
Die niedersächsischen Landwirte können mit dem Wirtschaftsjahr 2013/2014 zufrieden sein. Haupterwerbsbetriebe erzielten im Durchschnitt ein Unternehmensergebnis von 74.600 Euro. Für das laufende Wirtschaftsjahr sind insgesamt schlechtere Zahlen zu erwarten, da die Preise für landwirtschaftliche Produkte auf breiter Front gefallen sind. [[mehr]] Damit liegen die im Testbetriebsnetz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ermittelten Zahlen auf Vorjahresniveau.
 
Große Unterschiede gab es zwischen den Betriebstypen. Während Milchviehbetriebe ein dickes Plus verzeichnen konnten, mussten sich Ackerbauern und Schweinehalter mit deutlich weniger zufrieden geben.  "Erfreulich ist, dass es zu einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse auf den Höfen gekommen ist", kommentierte Gerhard Schwetje, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Zahlen 2013/2014. Im dritten Jahr in Folge habe es eine positive Entwicklung beim Eigenkapital gegeben, und die Bereitschaft der Landwirte zu investieren sei gewachsen. "Im Durchschnitt zahlte ein Unternehmen 25.000 Euro für neue Technik und Innovation", so der Vizepräsident.
 
Trotz der passablen Zahlen sei die Stimmung auf den Höfen derzeit nicht gut, denn zwischenzeitlich habe eine massive Trendumkehr eingesetzt. "Die ersten Monate des laufenden Wirtschaftsjahres haben gezeigt, wie abhängig Landwirte von der Entwicklung auf den Weltagrarmärkten sind", erklärte Schwetje. Angesichts der Preiseinbrüche bei fast allen pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen rechnet er für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 mit deutlich schlechteren Zahlen.
 
 

Dickes Plus für Milchbauern

Die Ergebnisse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2013/2014: Ackerbauern verzeichneten auf ihren Marktfruchtbetrieben derbe Gewinneinbußen um mehr als 25 Prozent. Mit 88.600 Euro je Betrieb erwirtschafteten sie immer noch ein akzeptables Ergebnis. 
 
Futterbaubetriebe, zu denen die Milchviehhalter gehören, profitierten von den hervorragenden Vermarktungsmöglichkeiten für Milch- und Käseprodukte. Der Milchpreis stieg stetig an und lag fast durchgängig sechs bis zehn Cent über dem Vorjahresniveau. Ein mehrjähriger Aufwärtstrend bei Rindfleisch wurde im vergangenen Jahr gestoppt, der Preis brach ein. Spezialisierte Bullenmäster konnten kaum rentabel arbeiten. Trotzdem stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt aller Futterbaubetriebe auf 80.100 Euro und damit um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 

Schweinebauern: Sieben Prozent weniger Gewinn

Die Veredlungsbetriebe konnten das Vorjahresergebnis nicht halten. Nach drei Jahren steigender Schweinefleischpreise folgte die Abwärtsbewegung, und am Ende stand ein deutliches Minus. Etwas besser sah es bei den Ferkelproduzenten aus. Da etliche Sauenhalter wegen höherer Haltungsstandards ausgestiegen waren, sank das niedersächsische Angebot und die Ferkelpreise zogen leicht an. Geringere Ausgaben für Futtermittel bremsten den Rückgang auf lediglich sieben Prozent, das Unternehmensergebnis der Veredlungsbetriebe betrug 62.800 Euro je Betrieb.
 
Datengrundlage der veröffentlichen Zahlen ist eine repräsentative Stichprobe von 950 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen (sogenanntes Testbetriebsnetz), deren Jahresabschlüsse die Landwirtschaftskammer jährlich im Auftrag der Bundesregierung auswertet. Aus dem erwirtschafteten Unternehmensergebnis müssen die landwirtschaftlichen Unternehmer private Steuern, Versicherungen, Lebenshaltungskosten und Altenteilleistungen sowie Neuinvestitionen bestreiten. 
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