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Erneuerbare Energien

Biogas wird weiter diskriminiert

Der Energiebedarf konkurriert mit der Lebensmittelproduktion um die Fläche. © landpixel
von , am
31.01.2017

Berufstand und Bioenerigeverbände kritisieren die Novelle des Gebäudenergiegesetzes scharf.

Enttäuscht sind die Bioenergieverbände über den Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes, weil darin Biogas weiterhin schlecht weg kommt. © Mühlhausen/landpixel

Die Bioenergie ist mit einem Anteil von 88 Prozent der mit Abstand größte Erneuerbare Energieträger in der deutschen Wärmeversorgung. Doch der Ausbau stagniert seit Jahren.

Der Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz ändere im Großen und Ganzen nichts an den bisherigen Regelungen - auch nicht für die Holzenergie. Lange hatte die Bundesregierung angekündigt, durch eine Zusammenführung von EnEV und EEWärmeG die Energiewende im Wärmesektor voranzubringen. Diese Chance wird mit dem aktuellen Entwurf vertan, kritisieren Bioenergieverbände und der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV).

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) sollen zu einem Gebäudeenergiegesetz zusammengeführt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte dazu einen Gesetzesentwurf vorgelegt.

Beispiel an Baden-Württemberg nehmen

Es sei zwar zu begrüßen, dass das Wirtschaftsministerium beim Festlegen der Primärenergiefaktoren erstmals die Tatsache anerkannt habe, dass die Substitution von Erdgas durch Biomethan signifikant fossile Primärenergie und Treibhausgasemissionen einspare. Nichtsdestotrotz führe der vorliegende Entwurf die bisherige, ungerechtfertigte Diskriminierung von Biogas einschließlich Biomethan in der EnEV und im EEWärmeG weitgehend fort.

Insbesondere ignoriere der Bund weiterhin, dass nicht nur die Substitution von Erdgas in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen fossile Primärenergie und Treibhausgasemissionen einspart, sondern auch die Substitution von Erdgas, das in Brennwertkesseln verbrannt wird. "Das Land Baden-Württemberg hat dies in seinem Erneuerbare Wärme Gesetz bereits anerkannt – nun muss der Bund nachziehen", fordern die Verbände einstimmig.

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