Login
dlz-Aktuell

Erste Milchbauern protestieren vor DMK

© AbL, Thomsen
von , am
27.07.2015

Die niedrigen Milchpreise machen vielen Bauern zu schaffen. Nun finden bereits erste Demonstrationen vor Molkereien statt.

© AbL, Thomsen
Am vergangenen sind 25 Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit einem Traktor vor die Geschäftsstelle des Deutschen Milchkontors (DMK) im norddeutschen Zeven gezogen, um gegen die immer niedrigeren Auszahlungspreise für ihre wertvolle Milch zu demonstrieren. Ziel dieser Kundgebung ist es, die Verantwortlichen des DMK zum umgehenden Handeln aufzufordern und die Milchpreise anzuheben. "Jetzt reicht es", sagte Ottmar Ilchmann, Milchbauer und stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) auf der Kundgebung. Das Deutsche Milchkontor zahlte im Juni ihren Erzeugern nur noch einen Basispreis von 27 Cent/kg netto. "Dieser Preis zerstört bäuerliche Strukturen. Wir können Rechnungen nicht mehr bezahlen und für einige Milchbauern stellt sich jetzt schon die Existenzfrage."
 

 
 

Exportoffensive verursacht Milchkrise

Als Grund sehen für diesen Preisverfall sehen die Milchbauern die extreme Exportoffensive der Molkereien und ihrer Interessenvertreter. Die Milchüberschüsse in Europa stiegen kontinuierlich an. Seit Anfang Mai sei in Deutschland jede Woche mehr Milch angeliefert worden als im Vorjahr, obwohl weltweit lukrative Absatzmärkte für Milchprodukte fehlten. Bei der Handelsplattform Global Dairy Trade sei der Preis jüngst über alle Milchprodukte noch einmal um über zehn Prozent gefallen. Das bedeute, dass der Milchpreis auch in Deutschland noch weiter sinken werde, wenn nicht aktiv gegengesteuert werde, meint die AbL.
 
"Die Molkerei-Verantwortlichen werden nicht müde, uns zu versichern, dass der Weltmarkt große Chancen bietet. Aber die aktuelle Situation zeigt, lediglich für die exportorientierten Molkereien bieten sich große Chancen. Sie setzen überschüssige Milch zu niedrigen Preisen auf dem Weltmarkt ab und sichern sich so Marktanteile. Die Zeche zahlen aber wir Bäuerinnen und Bauern", kritisierte Johanna Böse-Hartje, Milchbäuerin aus dem Bremer Land und BDM-Landesteam Niedersachsen.
 

Auch interessant