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Erträge könnten schwächeln

von , am
23.06.2015

Getreidemarkt 2015: Auch wenn die weltweite Getreideernte leicht unter dem letztjährigen Rekord bleiben wird, deuten die Prognosen auf eine gute Ernte hin. Doch es gibt Risiken. Sie können auch bei den Preisen für Überraschungen sorgen.

Die weltweite Weizenernte wird geringer ausfallen, aber wohl gut ausreichen. © Foto: Watier-visuel
Die Nervosität an den internationalen Getreidebörsen im Übergang zur neuen Ernte nimmt zu. Eine eindeutige Kursrichtung ist noch nicht ausgemacht. Allen beruhigenden Prognosen zum Trotz besteht Verunsicherung über die kommende Versorgungslage auf dem globalen Getreidemarkt 2015/16. So geistert das El-Niño-Phänomen durch die Getreide- und Ölsaatenmärkte.
In den mehrfach vorliegenden Schätzungen zum Getreidesektor 2015/16 finden sich übereinstimmend vier grundsätzliche Ergebnisse:
1. Die Überlagerungsbestände sind überdurchschnittlich hoch.
2. Die Getreideernten fallen im Durchschnitt zwar kleiner aus als im letzten Rekordjahr, liegen aber über den langjährigen Mittelwerten.
3. Die Versorgunglage aus großem Anfangsbestand und kleiner Ernte im Vergleich zum leicht steigenden Verbrauch führt zu stabilen Endbeständen auf hohem Niveau.
4. Aber: 2015/16 wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein El-Niño-Jahr mit deutlich höheren Risiken und mehr Überraschungen als im vergangenen Jahr.

Weltweit gute Versorgungslage

Auf Weltebene wird eine Getreideernte 2015 knapp unterhalb der 2-Mrd.-t-Grenze erwartet. Davon sind rund 720 Mio. t Weizen, 990 Mio. t Mais und 290 Mio. t übriges Getreide wie Gerste, Roggen und Triticale. Damit würde die Ernte reichen um den globalen Getreideverbrauch mit kleinen Einschränkungen zu decken. Beim Weizen wird es etwas enger, dafür ist mehr Luft beim Futtergetreide. Den Schätzungen zufolge müssen die hohen Vorratsbestände bei Getreide von etwa 425 Mio. t nur wenig in Anspruch genommen werden, um die Weltversorgung sicherzustellen.
Für die Preisfindung im Jahresdurchschnitt ist die Versorgungskenngröße „Anteil Endbestand am Verbrauch“ (stock to use ratio) der grundlegende Maßstab. Nach aktuellem Stand errechnet sich eine Größe von 21,5 Prozent. Sie ist damit etwas kleiner als im Vorjahr 2014/15, liegt aber über dem langjährigen Mittelwert von 20,3 Prozent. Insoweit könnten die Getreideverbraucher von einer beruhigenden Versorgungslage ausgehen. So weit die bisherigen Prognosen, doch ganz so einfach ist es nicht. jo
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Juli 2015 erschienen.
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